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Eine besondere Specialität bildet auch der Handel mit Orangen und Limonien.
Die Waare wird zum Theil von hiesigen Häusern in den Productionsländern (namentlich
Sicilien) für eigene Rechnung gekauft und hier bezogen, größtentheils aber von den
Producenten oder von in jenen Ländern etablirten Handelshäusern an Triester Geschäftsfreunde
in Konsignation geschickt, zum Theil endlich auch durch Vermittlung auswärtiger
Firmen für dieselben gekauft und versendet. Die vorzüglichsten Consumlünder sind Österreich,
Deutschland, namentlich aber Rußland. Das Holz für die Herstellung der Kisten am
Prvduetionsorte geht von hier in bedeutenden Mengen nach Sieilien. Die Waare kommt
verpackt in Kisten enthaltend circa 35 Kilogramm (250 bis 330 Stück Limonien) nach
Triest. Da aber der Artikel leicht dem Verderben unterliegt und wenig transportfähig ist,
wird hier die Waare gleich nach Ankunft sortirt, das heißt der bereits angegriffene und
ganz reife Theil derselben als Skart für den Localconsum ausgeschieden, auch nach den
benachbarten Küsten und nach Venedig versendet, die gute haltbare Waare aber sortirt und
gegen die Kälte durch angemessene Packung geschützt versendet. Die Sortirung erfolgt
zumeist durch Frauen, welche jedes Kästchen öffnen, jede einzelne Frucht aus ihrer Papierhülle
nehmen, den Skart ausscheiden, die gute Waare wieder in Papier einhüllen und in
Kisten oder Fässern fest verpacken. Eine große Zahl von Personen — circa 1.500 Familien
— findet dabei lohnende Arbeit.
Auch der Pflaumenhandel kann, trotz der durch niedrige Frachten per Bahn
und Dampfer erstarkten Concurrenz der Nordhüfen, die zumeist aus Budapest die Waare
beziehen, als eine Specialität des Triester Handels angeführt werden. Die Pflaumen
werden aus dem Landwege aus Serbien, Bosnien, Slavonien, Kroatien, Macedonien,
theilweise auch zur See, in Fässern oder in Säcken bezogen und größtentheils nach Amerika
versendet. Einige Waare geht auch nach Frankreich, Holland, Deutschland, eine geringe
Quantität nach Österreich. Nach Ankunft muß jedes Faß und jeder Sack untersucht, die
verdorbene Waare ausgeschieden, jedes Faß nachgefüllt, die Sackwaare in Fässern oder
über Wunsch der Besteller in Kisten verpackt werden. Für diese Operationen bedient man
sich verschiedener Maschinen, Pressen rc. Der Pflaumenhandel wird im großen Maßstab
betrieben, wenn , er auch wegen der nothwendigen Manipulationen sich nur in wenigen
Händen befindet.
Das Olivenöl, das wichtigste Object des Ölhandels, wird ans Italien, der
Levante, Albanien, Corfu, Istrien und Dalmatien, selten aus Spanien oder Tunis
bezogen. Der Versandt erfolgt fast ausschließlich nach dem Jnlande, in geringen Mengen
nach Deutschland. Der Verkauf an Triester Häuser wird zumeist durch Platzagenten
für Rechnung der Producenten vermittelt. Das Olivenöl wird theils in Originalfässern
bezogen, theils kommt es in großen, in den Transportschiffen feststehenden Fässern an, aus