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segeln die Fischer mit ihren Barken in die See hinaus bis zu der Stelle, wo sie Sardellenschwärme
an der Oberfläche sehen oder aus gewissen Anzeichen in größerer Tiefe
vermuthen. Dort wird ein Anker an einem langen Tau versenkt und die Barke, das Tau
auswerfend, in der Richtung fortgerudert, wo der Schwarm mit der Strömung treibt.
Nun wird ein Stück des Netzes nach dem andern ins Wasser hinabgelassen, und zwar verschieden
belastet, je nach der Tiefe, in welcher die Sardellen streichen, bis die Barke, ans
das verankerte Tan gestützt, über dem Anker anlangt. Befinden sich die Sardellen in den
höheren Wasserschichten, so wird längs des Netzes noch Köder (zerquetschte Taschenkrebse,
namentlich Onreinns ilineims) ins Meer gestreut, um die Fische anzulocken. Aus der
Bewegung des Netzes, welche die in den Maschen mit ihren Kiemendeckeln hängengebliebenen
Sardellen verursachen, sowie aus andern Anzeigen, wie das Empvrsteigen
abgelöster Schuppen, können die Fischer schließen, ob der Fang gelungen ist. Alsdann
wird das Netz in derselben Ordnung, wie es hinabgelasseu wurde, wieder ausgezogen,
worauf die Fische aus den Maschen herausgelesen und in Körbe oder Siebe gelegt werden.
Mit dieser Fischerei beschäftigen sich von April an bis in den September die Fischer der
istrianischen Orte Muggia, Capodistria, Jsola, Umago w. Die Sardellen werden gegenwärtig
zum größten Theil von den in Jsola befindlichen Sardellenfabriken angekauft, wo
sie nach der in Frankreich gebräuchlichen Methode in Öl conservirt und in zngelötheten
Blechdosen in den Handel gebracht werden. Der Fang der kleineren Anchovis geschieht in
ähnlicher Weise mit Zug- und Standnetzen, doch sind die Netzmaschen entsprechend enger.
Die Makrele zeigt sich nur vom Frühjahr bis in den Herbst an unfern Küsten. Die
größten Schwärme erscheinen im Hochsommer, wo sie das Wasser in gewisser Tiefe eilig
durchziehen. Die Makrelenfischerei geschieht theils mit Zug- und Standnetzen, theils mit
Angelschnüren. Die Zug- und Standnetze sind ähnlich den beim Sardellensang gebräuchlichen.
Die Angelfischerei auf Makrelen wird noch wenig geübt und würde, mit größeren
Fahrzeugen auf hoher See betrieben, gewiß ebenso reichen Fang liefern wie im atlantischen
Ocean. Als Sport wird die Angelfischerei, von kleinen Segelbarken aus, von den Städtebewohnern
vielfach getrieben. Die hierbei gebräuchliche Angelschnur ist die sogenannte
„pnirnola cts. soomdi'i". Die Leine endigt in vier Schnüre, jede mit einer Angel versehen,
wovon zwei mit kleinen Bleistücken beschwert sind. Als Köder dienen Stücke der Sepia
oder Sardelle.
Gleich der Makrele und Sardelle ist der Thunfisch in der kälteren Jahreszeit nicht
zu sehen und erscheinen seine Züge erst in dem wärmeren Theil des Jahres. Man ist noch
nicht einig darüber, ob der Thunfisch sich in die Tiefen des Mittelmeers oder des atlantischen
Oceans znrückzieht, da constatirt wurde, daß Thunfischschwärme durch die Straße von
Gibraltar ins Mittelmeer ziehen. Wahrscheinlich ist es jedoch, daß die Thunfische des