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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien)

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Der Hummer wird an der ganzen istrischen Küste gefunden, namentlich liebt er 
felsige Vorgebirge. Man findet zuweilen Exemplare von beträchtlicher Größe und Schwere. 
Im Frühjahr, März und April, trägt der weibliche Hummer die bläulichen runden Eier 
in großer Menge, an den Hinterleibsfortsätzen der unteren Seite befestigt, bis zum Aus 
schlüpfen der jungen Brut mit sich herum. Der Hummer wird in besonderen Reusen 
gefangen, die man längs den Küsten, mit Köder versehen, auf den Grund versenkt. Einzelne 
Krebse dieser Art werden auch mit der Zange, Tnuaglin, gefaßt, wenn sie auf dem Grunde 
des Meeres sich zeigen. Vortheilhaft ist der Fang des Hummers bei Nacht, bei Feuerschein, 
welcher die nächtlichen Thiere in geköderte Netze lockt, oder indem man sie mit dem Fisch 
speer ansticht. Da der Hummer nach dem Tode rasch fault und an Wohlgeschmack einbüßt 
und der hohen Preise wegen nur allmälig verkauft, meist sogar nach den Städten im Inland 
exportirt wird, bewahrt man die gefangenen Thiere lebend auf. Dazu dienen meist große 
Körbe oder durchlöcherte kleine Boote, italienisch Nnrotto oder Lurebi, die im Meen 
schwimmen oder auch versenkt werden. Der Nephrops oder „Scampo signrirt als seinsN 
Krebsart auf den Fischmärkten Triests, wie der istrischen Küstenstädte, wird aber nur im 
Onarnero an bestimmten Stellen weit vom Lande durch die Ehioggivten mit Lchleppmtzen 
gefischt. Ebenso geschieht der Fang des Gogers oder der Sguilla durch die Schleppnetze der 
italienischen Fischer auf den Schlammgründen in weiterer Entfernung vom User. 
Aus den vielen Arten der Würmer, Stachelhäuter, Coelenteraten und Schwämmen 
oder Spongien des Meeres, die zum Studium der Lebensweise, Organisation und 
Entwicklungsgeschichte des Thierreiches so überaus lehrreiche Aufschlüsse bieten, sind nur 
wenige Formen von directem Nutzen und daher Gegenstand der Fischerei. Zn solchen 
gehören unter den Coelenteraten, speciell den Pvlypenthieren der rothe Korall ((lornllium 
rubrum) und der Badeschwamm unter den Spongien, die niedrigste Ordnung derselben 
darstellend. Doch finden sich in Istrien keine Korallen, und obgleich schon in der Nähe 
von Triest einzelne Meerschwämme Vorkommen, ist doch erst der südliche Theil Istriens 
von Rovigno an, vorzüglich aber Dalmatien mit seinen Inseln das eigentliche Gebiet der 
Schwammfischerei und es sind fast ausschließlich dalmatinische Fischer, die zu diesem Zweck 
mit ihren Segelbarken auch die Küsten Istriens befahren. 
^neNistrich Eheinöost (6ölverl)ch !)ausinöustrich !w(llinon Utt!) ^8olHmosen in 
Istrien. 
Im Innern Istriens verhindert die Spärlichkeit der fließenden Gewässer die 
Entwicklung bedeutenderer Industriezweige; solche gedeihen nur an der Meeresküste, wo 
sie günstige Verkehrsverhältnisse fördern. Schiffbau und Verwerthung der Meeres 
produete Salz und Fische stehen in erster Linie.
	        
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