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Lagune vvn Comacchio, durch einen eigenen Dumpfer abgeholt, werden geröstet, marinirt
und in Füßchen eingelegt, Sardinen gebraten und mit seinem Dl bedeckt in Blechbüchsen
Verschlüssen. Weiter bereitet die Fabrik sogenannte russische Sardinen zu; diese Fische
kommen vvn der norwegischen Küste in roh gesalzenem Zustand, werden in ^scücr gereinigt
und mit Essig, Gewürzen und anderen Beigaben in Füßchen verpackt. Ferner conservirt
man Rindfleisch und feine Gemüse in Büchsen. Getrocknete Zwetschken ans Bosnien und
Serbien werden in Dampf erweicht und gereinigt, in Holzkistchen eingelegt und schließlich
in erhitzter Luft gedörrt. Dieser Artikel hat guten Absatz nach England, Scandinavien und
'Nordamerika. Neben diesem großen Etablissement, welches 150 Arbeiter und ebensoviele
Frauen beschäftigt, bestehen zwei weitere Fabriken von Sardinenconserven in Jsola, dann
je eine in Rvvignv, Fasana, Cherso und Capodistria. Die Jsolaner Fabriken liefern sächlich
allein an Sardinen mehr als zwei Millionen Büchsen. Die Conservirung der Fische in
Blechdosen verdrängt ein älteres Gewerbe, jenes der „>salumieri", welche noch hier und
da, so in Capodistria, Jsola, Pirano, Lussinpiccolo und Cherso, Seombri, Sardoni und
Sardellen in Fässern einsalzen.
Wassermühlen, doch fast nur den Localbedarf deckend, finden sich am Flusse
Risanv, an der Arsa und dem Foibabach, Dampfmühlen in Gimino, Dignano, Pvla,
Medolino und Rovigno; letztere liefert auch Teigwerk, welches bis Bosnien geht, und
Schissszwieback. Eine und die andere der steinigen Höhen der Kirsel Lnssin trägt eine
Windmühle, während auf Veglia in allen Häusern, hier und da auch aus Cherso, die Frauen
ihr Getreide mittels primitiver Handmühlen vermahlen.
Ebensowohl für den heimischen Consum als für die Ausfuhr arbeiten die zahlreichen
Ölpressen. Sehr wenige durch Dampf, die meisten mittelst eines Pferdegöpels, manche
auch durch Menschenarme getrieben, liefern sie ein geschätztes Product. Die Oliven werden
auf eine cylindrische, drei bis vier Meter breite, mit behauenen Steinen gepflasterte Unter
lage gebracht, auf welcher ein IN Meter hoher, 0'45 Meter dicker Mühlstein steht. Zwei
Stunden lang wird derselbe gedreht, worauf die zerquetschte Masse in Säcke von Binsen,
Cocosfaser oder Halfa gefüllt, zuweilen mit heißem Wasser begossen, durch zwei Stunden
gepreßt wird, wobei das Ol abrinnt. Der rückständige Preßkuchen (»poipnrns ) wird zum
Theil in einem Etablissement in Pirano zur Fabrikation von Seife und Maschinenöl
chemisch extrahirt, im übrigen aber dem Borstenvieh verfüttert. An vielen Orten besteht
noch der alte Brauch (^äecinrn"), den Ölmüller nicht in Geld, sondern durch Überlassung
des zehnten Theils der Oliven zu bezahlen.
Ein eigenthümlicher Usus regelt für die kleine Pottaschenfabrik bei Mvntona
den Bezug der nöthigen Holzasche, — diese wird zumeist nicht in Geld, sondern gegen
Salz eingelöst.