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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien)

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Bodenbearbeitung hin, für welche dieser vollständig ans der Basis der Agrieultur begründete 
Orden (7 Stunden Feldarbeit in beständiger Abwechslung mit den Gebetstunden) sich als 
eifriger Förderer auch in dieser Provinz bewährte. 
Bald darnach entvölkerten Pestkrankheiten die einst blühenden Gefilde: nur allmälig 
hob sich theils durch die eigenen Bemühungen der Bevölkerung, theils durch die Anregung 
der venetianischen Regierung der Landban wieder. Durch eine eigene in Venedig befindliche 
Behörde (die Oninvra ckei grnni) wurden Beitrüge zum Ankauf von Pflugstieren gewährt 
(so im Jahre 1330 dem Stift St. Lorenzo del Pasenatieo, den Bürgermeistern von 
Cittanvva und Montvna) und die neuen slavischen Ansiedler zur Anpflanzung festgesetzter 
Mengen von Olbäumen in baumlosen Gegenden gezwungen. Doch die Seuchen des XVI. 
und XVII. Jahrhunderts brachten neue Perioden des Verfalls, ans dem Istrien erst in 
unserer Zeit sich langsam zu erheben beginnt. 
Infolge der Ungleichförmigkeit der wichtigsten vvlkswirthschaftlichen und natür 
lichen Faetvren der Bodenprodnetion ist es äußerst schwierig, in wenigen Strichen ein 
klares Gesammtbild des Landbaues dieser Provinz zu bieten. Von den fast 5.000 Quadrat 
kilometern der Gesammtvberfläche, von denen ein Fünftel auf die quarnerischen Inseln und 
vier Fünftel ans die Halbinsel entfallen, sind 96'7 Prveent anbaufähiger Boden. Mehr 
als ein Drittel davon ist bewaldet, ein weiteres Drittel ist Weideland, während der Rest 
von anderen Culturen bedeckt ist. Diese Vertheilnngszisfern sind jedoch entfernt nicht 
geeignet, ein richtiges Bild von der Bedeutung der einzelnen Culturen zu geben; denn 
während die Weingärten, Äcker und Gcmüsepflanzungen zusammen ungefähr zwei Drittel 
des aus der Bvdenwirthschaft erzielten Ertrages geben, beträgt die von denselben bedeckte 
Fläche nicht ganz ein Viertel des bebauten Bodens. Anderseits liefern die Weiden und 
Waldungen, die sich über mehr als zwei Drittel des prodnetiven Landes erstrecken, nicht 
mehr als ein Viertel des Gesammtertrages von Grund und Boden. Also gerade diejenigen 
Culturen, welche den größten Aufwand an Capital und Arbeitskräften erfordern (nämlich 
die Weingärten, Äcker und Obstpflanzungen), liefern die bedeutendsten Beiträge zu dein 
aus der Landwirthschaft in Istrien sich ergebenden Erträgniß. Tie Weingärten, welche 
0V2 Prveent des ertragsfähigen Bodens bedecken, liefern 26 8 Proeent der Bodenrente. 
Als Weingegend nimmt der Distriet von Parenzo den ersten Rang ein, da der Weinbau 
hier 42 6 Prveent des Bodenertrages ergibt; hierauf folgt Capodistria mit 37'7 Prveent, 
Montvna mit 34 4 Prveent, Lnssinv mit 34 21 Prveent; die letzte Stelle nimmt der 
gebirgige Distriet von Castelnnvvo mit nur 0 31 Proeent ein; verhältnißmäßig arm in 
dieser Hinsicht ist auch der Distriet von Pola mit 13 Proeent. 
In die Classe der Obstgärten sind hier auch die Oliven- und Rvhrpflanzungeu mit 
eingerechnet. Tie Olbänme bedecken in diesen Pflanzungen ungefähr 1 l.000 Hektar. Die
	        
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