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Oe^nium dasilieum; ruthenisch: ^Va88^Iiolr.
Liebsten anziehen soll. Und um gar Gegenliebe zu erreichen, begibt sich die ruthenische
Dorfschöne am Chardonnerstage an ein reißendes Wasser und spricht:
Von der Burschenrache
Von der Mädchenrache
Lieb Wasser, reißend Wasser,
Zieh' her zu mir den Liebsten,
Er soll nicht essen, nicht sitzen, nicht schlafen,
Bevor er nicht erscheint bei mir."
„Lieb Wasser, Jordan-Wasser,
Du waschest zwei der User
Und auch die dritte Mitte;
Drum wasch' die vierte mich N. N.
Mich ärmste, abgehärmteste:
Bon der Weiberrache,
Von der Männerrache,
Auch Hexen und Wahrsagerinnen werden von den Mädchen sehr oft zu Rathe gezogen.
Hier ein Zaubermittel: das zauberknndige Weib (o?arnvi^eu) gießt in eine Schiissel
Weihwasser, nimmt BasiliumkrauU und wäscht damit die im Zimmer befindlichen Heiligen
bilder; das Mädchen aber steht vor ihr mit entblößtem Oberleibe. Hierauf wäscht sie
letzteres mit dem Weihwasser und murmelt: „Ich N. N. (Name des Mädchens) ging in
die Kirche, trug in der Rechten eine Kerze und in der Linken das >Vass^1ioü-Kraut. Da
begegneten mir drei Zauberinnen, große Verleumderinnen; sie bespieen mich, bespuckten
mich (tfn, tfn, tfu) und gingen weiter. Da stand ich, wie mitten im Wasser und flehte
zum heiligen Jesus, zur Mutter Gottes uud zum heiligen Nikolaus. Da kamen diese des
Weges einher und ich erzählte ihnen mein Leid. Darauf wuschen mich ab: die Mutter
Gottes bis zur Brust (sie wäscht dem Mädchen die Brust), Sauet Nikolaus bis unter die
Oberarme und Jesus bis an den Gürtel. Darauf kam ich in die Kirche und dort bewunderten
meine Schönheit alle Heiligen und die Menschen. Sie frngen: wer ist denn die Schöne,
die da kommt; ist es eine Gräfin oder eine Priestersfran (popuchu)? Nein, es ist N. N."
Hiemit ist die Abwaschung vollendet, das Mädchen schüttet das übriggebliebene Wasser
in den Bach und geht mit der Überzeugung nach Hanse, daß um ihre Liebe von nun an alle
Dorfburschen wetteifern werden. Auch die Fledermaus wird zu Zaubereien gebraucht, wie
folgt: Sie wird gefangen und in eine Leinwand gehüllt, welche mit kleinen Löchern versehen
ist. Hierauf wird dieselbe auf einen Waldameisenhaufen unter einen neuen Topf gestellt.
Die Ameisen verzehren nun die Weichtheile des Thieres und aus dem L-kelette desselben
sucht sich das Mädchen zwei Knöchelchen heraus, deren eines die Form einer Heugabel,
das andere die einer nach innen eingebogenen Hand aufweist. Will nun dav Mädchen die
Liebe eines Burschen erwerben, so zieht sie ihn mit dem letzteren insgeheim an sich; mit
dem ersteren aber wird derjenige weggestoßen, dessen Anträge dem Mädchen lästig sind.
Werbung und Verlobung (srvätaifis, 2arüo?M)fi. Wie bereits erwähnt, werden
ohne Einwilligung der Eltern schon deshalb keine Ehen geschlossen, weil von ihnen die