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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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Das  im  Winter  immer  grünt,
Blühet  blau,  wenn  Lenz  beginnt."

„Musikanten  spielen  mit  den  Händen
Und  die  Kränze  will  man  schon  beenden."

Für  den  Bräutigam  wird  aus  vergoldeten  Jmmergrünblättern  eine  Rose  gefertigt,
in  die  ebenfalls  Silbermünzen  und  Knoblauch  (um  gegen  alles  Böse  zu  feien)  kreuzweise
eingenäht  find;  dieser  Schmuck  wird  an  die  rechte  Seite  der  Pelzmütze  befestigt,  mit
welcher  der  Bräutigam  im  Sommer  ebenso  wie  im  Winter  zur  Trauung  fährt.  Auch  diese
Rose  muß  eine  Frau  nähen,  die  mit  ihrem  ersten  Manne  lebt;  hiebei  wird  gesungen:

„Nicht  das  rothe  Meer  ertönet,
Sondern  Sonne  badet  sich;
Bräutigam  vergeht  vor  Sehnen
Nach  der  Braut,  der  holden,  schönen."

„Zwei  Pfaue  die  Erde  stampften
Nach  der  Stadt  zwei  Brüder  gelangten,
Haben  Seide  dort  erstanden,
Welche  in  den  Kranz  sie  wanden."

„Zwei  Entriche  Erde  stampften
Nach  der  Stadt  zwei  Brüder  gelangten,
Haben  Flittergold  erstanden,
Und  den  Kranz  damit  vergoldet."

Sobald  die  Kopfzierden  fertiggestellt  sind,  so  werden  dieselben  der  Braut  und  dem
Bräutigam  aufgesetzt,  nachdem  ihnen  zuvor  ihre  Eltern  dreimal  mit  Brot  und  Salz  den
Kopf  berührt  haben.  Hierauf  wird  ein  Tannenbäumchen,  hier  und  dort  mit  weißen,  rothund
  gelbgefärbten  Federn  geschmückt,  auf  den  Tisch  gestellt  zur  Erinnerung  an  den  ersten
Sündenfall,  worauf  sich  Braut  und  Bräutigam,  jeder  Theil  für  sich,  in  das  Dorf  begeben,
um  die  Gäste  einzuladen.
Die  Braut  begleiten  bei  dieser  Gelegenheit  ihre  zwei  Brautmädchen,  welche  im
Dniestrgebiete  in  der  einen  Hand  einen  Flachsbüschel  tragen,  die  andere  Hand  mit
einem  leinenen  Tüchel  (s^aranün)  umwickeln.  Mit  dem  Bräutigam  gehen  ein  oder  zwei
Brautführer,  von  denen  der  eine  (in  der  Pruthgegend)  einen  auf  einem  Tüchel  hängenden
Kuchen  (koknech,  der  andere  hingegen  einen  mit  einem  leinenen  Tüchel  umwundenen  Stock
trügt.  Die  Einladung  geschieht  in  der  Art,  daß  Braut  oder  Bräutigam  dem  zu  Ladenden
einen  Kuchen  überreicht  und  hiebei  die  Worte  spricht:  „Es  baten  Euch  Vater  und
Mutter  und  auch  ich  bitte  Euch,  damit  Ihr  gütigst  zur  Hochzeit  kommet;  wir  bitten  auf
Kolatschen".  Hierauf  fügen  noch  Brautmädchen  oder  Brautführer  hinzu:  „Es  baten  Euch
der  Onkel,  dessen  Weib,  die  Braut  (der  Bräutigam)  und  auch  ich  bitte  Euch,  damit
Ihr  re."'

'  Onkel  und  Tante  heißt  in  der  allgemeinen  Bedeutung  und  Ladet  hingegen  ein  Waisenkind  zu  seiner
Hochzeit  ein,  so  sagt  es:  „Es  baten  Euch  Brüder  und  Schwestern,  die  Onkel  und  Tanten  rc."
            
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