Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

247

Besonders  im  Czeremoszthale  gebräuchlich.

Tag,  srvak"  ruft  diesem  der  „skaroska"  zu,  worauf  die  Antwort  erfolgt:  „Gebe  Euch  Gott
Gesundheit."  Darauf  fragt  der  Werber:  „Wohin  führt  unser  Weg  ins  Haus?"  Der  Hauswirt!) ­
  zeigt  ihm  zunächst  eine  falsche  Richtung;  erst  wenn  diese  Frage  zum  dritten  Male
wiederholt  wird,  während  welcher  Zeit  alle  mit  Branntwein  bewirthet  werden,  und  vor
dem  Hause  tanzen,  kann  der  Bräutigam  seinen  Einzug  in's  Haus  halten?  Alle  fassen  sich
nun  bei  den  Händen  und  ziehen  unter  Gesängen  in  die  Hütte  ein.  Der  „starost",  dessen
Mantel  bereits  mit  einem  bunten  Tüchel  oder  einein  weißen  Handtnche,  welches  er  sich
rings  um  den  Oberleib  bindet,  geschmückt  wurde,  entfernt  das  mit  Federn  geschmückte
Bäumchen  der  Braut  von  dem  Tische,  und  setzt  dafür  das  Bäumchen  des  Bräutigams  hin;
dann  geht  er  dreimal  um  den  Tisch,  wobei  ihm  alle  Ankömmlinge  folgen.  Tie  Braut  weint
indessen  Abschiedsthränen.  den  Kopf  über  die  vor  ihr  stehenden  Kuchen  gesenkt;  so  oft  jedoch
der  Bräutigam  während  des  ltmzuges  an  ihr  vorbeigeht,  hebt  er  ihr  gleichsam  zum  wivste
den  Kopf  mit  einem  Tüchlein  empor.  Ist  der  dreimalige  Umzug  beendet,  so  setzt  sich  der
Bräutigam  zur  Linken  der  Braut  am  Ehrenplätze  nieder  und  sucht  gleichzeitig  einen  Zipfel
des  Pelzes  der  Braut  unter  sich  zu  bringen,  um  in  der  Folge  sein  Weib  zu  beherrschen.
Links  vom  Bräutigam  setzt  sich  der  Brautführer,  nunmehr  mit  drei  Tücheln  geschmückt,
deren  eines  ihm  die  Braut,  die  zwei  anderen  die  Brautmädchen  spendeten.  Neben  dem
Brautführer  haben  der  Brautvater  und  die  Brautmutter  ihren  Sitz;  auch  diese  wurden  von
der  Braut  mit  Tücheln  oder  mit  Handtüchern  beschenkt.  Hinter  dem  Brautpaare  aber  steht
die  „sviterviru"  und  leuchtet  über  den  Häuptern  des  Paares  mit  jenen  zwei  Kerzen,
welche  die  Brautzeugen  bei  der  Trauung  gehalten  hatten.  Weiterhin  nach  rechts  und  links
vertheilen  sich  um  den  Tisch  herum  die  angesehensten  Hochzeitsgäste  je  nach  Rang  und
Alter  und  werden  gastlich  bewirthet.  Nach  dem  Mahle  zieht  der  Brautvater  jenes  Stück
feiner  Leinwand,  welches  der  Bräutigam  tagsvorher  überschickt  hatte,  hervor  und  gibt
dasselbe  dem  älteren  Bruder  der  Braut,  von  dem  der  Bräutigam  die  Schwester  vorwsi
etwa  um  ein  Federmesser  loskausen  mußte.  Derselbe  hebt  dieses  Tüchel  (genannt  raukueü
oder  xokr^vato)  auf  zwei  Stäbchen  und  läßt  dasselbe  auf  den  Kopf  der  Braut  niedergleiten, ­
  durch  welchen  Vorgang  sie  schon  zum  Weibe  eingckleidet  worden  ist.  Im  Kotzmaner
Bezirke  erfolgt  jetzt  die  Beschenknng  der  Anverwandten  des  Bräutigams.
Nachdem  man  sich  noch  bei  fröhlichem  Tanze  ergötzt,  wird  endlich  zum  Aufbruch
gemahnt.  Nun  wird  die  große  Kiste  (sür^iria),  welche  das  bewegliche  Eigenthum  der
jungen  Frau  (ärwstry)  -  Wäsche  und  Kleidungsstücke  —  enthält,  auf  jenen  Wagen
gehoben,  auf  welchem  die  Brautmutter,  die  „srvitsrvka"  und  die  „svas^i"  sitzen.  Der
Bräutigam  gibt  noch  der  Braut  zum  Zeichen  seiner  Herrschaft  über  sie  ans  den  mit  einem
Polster  bedeckten  Rücken  drei  Schläge  mit  einer  Ruthe,  setzt  sich  mit  ihr  auf  den  ersten
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.