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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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Bursche verdienen ihren Lebensunterhalt zumeist durch Holzschlag und bleiben, besonders 
wenn sie in weit entfernten Wäldern beschäftigt sind, oft wochenlang vom Hause weg. 
Sehr beliebt ist die sogenannte Klaka, das ist die freiwillige gegenseitige Hilfeleistung, 
insbesondere bei der Feldarbeit. Sie endigt stets mit einer Tanzunterhaltung. Die meisten 
Lustbarkeiten fallen aber in den Fasching. Dieselben finden am Aschermittwoch ihren 
Abschluß mit der Beerdigung des „IrmarvsiriZ die darin besteht, daß die Bursche ein mit 
einem Leintuch bedecktes Stück Holz auf einer Bahre zum Dorfe hinaustragen und unter 
Weinen und Wehklagen im Schnee vergraben. Im Fasching werden gewöhnlich auch die 
Hochzeiten abgehalten. Auch dabei kommen ganz eigenthnmliche Gebräuche vor. Nur die 
wichtigsten sollen hier geschildert werden. 
Die Verlobung wird um Mitternacht gefeiert. Zwischen 10 und 11 Uhr abends 
erscheint der Bursche mit zwei Freunden im Hause der Eltern des von ihm auserkorenen 
Mädchens und bietet ihnen Wein, Bier oder Schnaps an. Weisen sie den Trunk nicht 
zurück, so ist der Bursche als Schwiegersohn willkommen. Nun wird auch das Mädchen 
aus dem Schlaf geweckt. Trinkt auch sie, dann ist der Pact geschlossen. Es werden aber 
noch die Eltern und Verwandten des Bräutigams herbeigeholt und in ihrer Gegenwart die 
Mitgift sowie der Hochzeitstag bestimmt. 
Die Hochzeit findet Sonntag oder Dienstag statt. Die Feierlichkeiten nehmen am 
Vorabende mit dem Flechten des Brautkranzes ihren Änfang. Zu diesem Zwecke versammeln 
sich alle Mädchen des Dorfes bei der Braut. Es kommen aber auch alle Bursche mit 
Ausnahme des Bräutigams dahin; denn nach Vollendung des Kranzes wird getanzt. Um 
Mitternacht begeben sich die Brautführer und die übrigen Bursche zum Bräutigam, um 
mit ihm die Beistände in dessen Haus abzuholen. Hier finden sich auch die Gäste in der 
Nacht noch ein. Sobald der Morgen graut, verabschiedet sich der Bräutigam von seinen 
Eltern, indem er sie für alle Vergehen um Vergebung bittet und ihnen die Füße küßt, 
während sie Salz und Brod über seinem Haupte halten. Darauf bewegt sich der Zug nach 
dem Hause der Braut. Dort ist das Thor versperrt; es wird erst nach langen Unter 
handlungen geöffnet, während welcher die Musikanten spielen und die Bursche aus Pistolen 
schießen. Beim Einlaß reichen die Eltern der Braut dem Bräutigam Brod und Salz. Nach 
der Trauung kehrt der Hochzeitszug in einem Hause ein, wo Platz zum Tanzen ist. Das 
Hochzeitsmahl findet erst gegen Abend, und zwar bei den Eltern der Braut statt. Nach 
demselben laden die Brautführer die Mitgift auf die bereit stehenden Wagen auf, wobei 
sie das Haus zu Gunsten des jungen Paares zu plündern suchen. Beim Scheiden dankt der 
Bräutigam seinen Schwiegereltern für seine Frau, indem er ihnen zugleich Hände und Füße 
küßt. Auch in seinem Hause geschieht der Empfang nach langem Hin- und Herreden unter 
Darreichung von Brod und Salz. Es folgt ein zweites Mahl, das bis nach Mitternacht
	        
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