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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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Die Hofstütte hat im Flachlande eine Ansdehnung von ein bis zwei Hektar, auch 
weniger, und enthält neben den Baulichkeiten und dem Hofraume einen Gemüse-, nach 
Umständen einen Obstgarten, in der Regel auch ein Stück Feld. Häufig bildet sie den 
gesammten Besitz, zu welchem dann zumeist kleine, directe oder Subpachtungen treten. Oft 
gehören indeß zur Hofstätte noch Ackergründe in einem oder mehreren, außerhalb des 
Dorfes gelegenen Rieden, so daß das Anwesen bis zu einer Ausdehnung von zehn Hektar, 
selten höher steigt. Im Hügellande erweitert sich die Hofstütte unter Verringerung des 
Besitzes außerhalb derselben, so daß die Bauerngüter hier mehr oder weniger arrondirt 
erscheinen. Dies ist auch im Gebirge vornehmlich bei jenen Hofstätten der Fall, welche nicht 
im Thale liegen, und selbst bei den letzteren findet man die Arrondirung kleinerer Besitzungen 
nicht selten; die größeren derselben aberhaben oft ausgedehnte Wald- oderWeideantheile, 
und es steigert sich dann der Gesammtbesitz auf 30 und mehr Hektar. 
Da die Hofstätten im Allgemeinen groß sind, erlangen also die Dörfer, namentlich 
im Hügel- und Gebirgslande, eine um so bedeutendere Ausdehnung, als viele, wie bereits 
hervorgehoben wurde, stark bevölkert erscheinen. Im Flachlande z. B. bedecken die Ort 
schaften Mahala mit Buda an drei, Rarancze über vier, Toporontz sieben Quadratkilo 
meter; im coupirten Terrain Burla fünf, Karapcziu am Czeremosz etwa sechszehn, Kuczur- 
mare mehr als zwanzig Quadratkilometer; im Gebirge hat der schon durch seinen Namen 
als lang gekennzeichnete Ort Kimpolung (6äiuM-Iuug) eine Längenausdehnnng von acht 
Kilometern. Auch im Vorlande haben sich die breiten Thalgründe besonders stark besiedelt, 
und in vielen Fällen sind Nachbarorte bereits vollständig aneinander gewachsen. Beispiels 
weise besitzen die Orte Straza, Ober-Wikow, Bitka, Fratautz und Andrasfalva eine 
Gesammtlänge von über 35 Kilometern. Die magyarische Ansiedlung Jstensegits, welche, 
wie der Hauptsache nach auch die deutschen Kolonien Badeutz, Deutsch-Satulmare, Fürsten- 
thal, Lichtenberg u. s. w. und das lippowanische Fäntana alba, ein Gassendorf bildet, 
umfaßt bloß eine Fläche von einem Quadratkilometer. In Toporontz mit rund 900 Hof 
stätten kommen demnach auf einen Quadratkilometer ungefähr 130, in Kuczurmare mit 
circa 1800 Hofstätten blos 90, in Jstensegits aber annähernd 540 Wohnhäuser, während 
insgesammt im Lande auf den Quadratkilometer durchschnittlich 11 Häuser entfallen. 
Der Umstand, daß sich den niedrigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden oft ein 
Obstgarten oder wenigstens Weiden- oder sonstige Baumpflanzungen anschließen, bewirkt, 
daß die einzelnen Orte als solche, wenigstens im Sommer, von der Ferne einem Walde 
gleichen, aus welchem nur die etwaige Kirchenkuppel emporragt. 
Zur Zeit der Übernahme der Bukowina in die österreichische Verwaltung war von 
Bauerngehöften mit entsprechenden Wohn- und Wirtschaftsgebäuden noch gar keine Rede 
und es sahen die Dörfer mit ihren armseligen Hütten, wie als Zeitgenossen die Generäle
	        
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