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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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Zastawna, welche, beiläufig bemerkt, die Kornkammer der Bukowina bilden, wird der 
Kälte wegen, wenigstens für das Wohnhaus, das Holz als Baumaterial benützt, wenngleich 
es meilenweit mittelst Fuhrwerken herbeigeholt werden muß und deshalb theuer ist. 
Mancher Landwirth errichtet in der genannten Gegend, wie überhaupt der minder 
bemittelte Bewohner der Niederungen, sein Hänschen der Hauptsache nach aus Flechtwerk. 
Ein besonderer Schutz gegen die Temperaturseinflüsse wird durch Anfügen von Stall 
räumen oder Schöpfen an der Nord- und Westseite des Hauses, sowie durch Aufschlichten der 
Brennmaterialvorräthe an der Ostseite — wie man dies häufig ja auch im rauhen Böhmer 
walde und in den Alpen findet — oder von Kukurutzstängeln, Schilf und Dünger erzielt. 
Die Holzwünde ruhen gewöhnlich nur auf etlichen an den Gebäudeecken und einigen 
Zwischenpnnkten aufgeschlichteten Bruchsteinen, seltener auf einer besonderen Grundmauer. 
Die untersten Balken oder Schwellen stehen gegen außen, namentlich an der Süd- und 
Ostfront, bis einen halben Meter über die Wandflucht vor. Auf ihren Köpfen lagern 
horizontale Pfosten in Form einer Bank, welch letztere nur dann entfällt, wenn ein erhöhter 
Gang angeordnet ist. Oft wird die Bank, gleich den Zwischenräumen unter den Wänden, 
bloß aus gestampftem Lehm hergestellt. Aus demselben Material besteht auch der ein bis 
vier Decimeter über das Terrain erhöhte Fußboden, für welchen ehedem nur äußerst 
selten Bretter zur Verwendung gelangten. 
Im Gebirge findet man die Wand durchwegs im Blockbau, und zwar in der Regel 
aus sehr sorgfältig zusammengefügtem Rundholz hergestellt, wobei die Fugen mit Moos 
gedichtet werden. An der Innenseite, gegen die Wohnrüume zu, erhält jedoch das Holz, 
wenn man dasselbe, wie häufig, ebenfalls unverputzt läßt, eine entsprechend glatte Bear 
beitung. Auch im Flachlande stellt man die Wand im Blockbau her, nur benützt man hier 
billiges, verhältnismäßig schwaches, rohes Rundholz und verputzt die Wandflächen mit 
Strohlehm, der auf zahlreichen, schräg in die Stämme geschlagenen Holznügeln seinen 
Halt findet. An den Verbindungsstellen der Wände stehen die Köpfe der unteren Hölzer 
gewöhnlich nur um weniges vor, während die der oberen, das Dach tragenden Balken 
stufenförmig mehr und mehr Vorkragen. 
In neuerer Zeit bearbeitet man für bessere Häuser — im sogenannten Schrottbau 
— das Holz vierkantig und läßt die Balkenköpfe nicht vorstehen. Dem Strohlehmverputz 
wird hier mit Hilfe von aufgenagelten Leisten der nöthige Halt verliehen; in den Lehm 
überzug eingedrückte Stein- oder Ziegelbrocken bieten diesfalls dem etwaigen Kalkmörtel 
verputz entsprechende Haftung, durch welchen das Gebäude vollkommen das Aussehen 
eines gemauerten Hauses erhält. 
Eine billige im Flachlande und insbesonders für untergeordnete Bauten häufig 
angewendete Wandherstellnng ist die des Riegelbaues mit zwischen die einzelnen Säulen
	        
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