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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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Linie genannt zu werden. Zu gleicher Zeit mit ihnen wirkten in dieser Richtung der Katechet 
Stefan Tarnovietzki und der Seminarspiritual und spätere Erzbischof und Metropolit 
Teoktist Blajevici. Ihnen folgten dann die Lehrer Jon Drogli und Crisant Matiasievici 
und die Professoren Dumitru Jsopeskul, I. G. Sbiera und Jllie Lutza. In jüngster 
Zeit hat sich insbesondere der Übungsschullehrer Nikulai Jeremievici-Dubau durch Ver 
öffentlichung einer Reihe gediegener Volksschulbücher einen guten Ruf erworben. 
Für den Unterricht in der rumänischen Sprache an Mittelschulen war es der 
Gymnasialprofessor Aron Pumnul, der das erste rumänische Lesebuch in sechs Bänden 
und eine rumänische Grammatik in deutscher Sprache nebst anderen kleineren Schriften 
veröffentlichte. Pumnul war zu Kuczulata in Siebenbürgen geboren, studirte die Theologie 
in Wien und wurde im Jahre 1847 Professor der Philosophie zu Blasendorf (UInj). 
Im Jahre 1848 gehörte er zu den maßgebenden Persönlichkeiten unter den Rumänen, 
die treu zu Kaiser und Reich hielten; deßhalb von den Magyaren zum Tode bestimmt, 
entkam er ihren Verfolgungen auf abenteuerliche Weise und gelangte durch die Walachei 
und Moldau nach der Bukowina gerade zur Zeit, als die Hurmuzaki'sche Zeitung 
»Lrmoviiia? zu erscheinen begann und die erste Lehrkanzel für rumänische Sprache und 
Literatur in Österreich an der philosophischen Lehranstalt zu Czernowitz errichtet wurde. 
Aron Pumnul verwaltete dieses Lehramt durch volle zwölf Jahre ununterbrochen, erkrankte 
aber im Jahre 1861 schwer und wurde von nun an von seinem Schüler und Nachfolger 
I. G. Sbiera bis zu seinem am 24. Januar 1866 erfolgten Tode supplirt. 
A. Pumnul verstand es, bei seinen Zöglingen Liebe zur Pflege der Muttersprache 
zu erwecken und zu festigen und hat sich dadurch bei den Bnkowiner Rumänen ein 
bleibendes Andenken erworben. Zu dieser Zeit entbrannte ein heißer literarischer Streit 
um die Art, in der die rumänische Sprache mit lateinischen Buchstaben zu schreiben sei. 
Die Siebenbürger Rumänen, mit Timotei Cipariu an der Spitze, waren eifrige Verfechter 
des etymologischen Princips. Wiewohl A. Pumnul anfangs ebenfalls diesem Principe 
huldigte, so überzeugte er sich doch bald von der Unzweckmäßigkeit desselben und so trachtete 
er ein rein phonetisches Alphabet festzustellen, indem er auch für jene Laute der rumänischen 
Sprache, für welche im lateinischen Alphabete keine besonderen Zeichen vorhanden waren, 
eigene Buchstaben in Vorschlag brachte. So wurde er der Begründer der rein phonetischen 
Richtung, die jetzt überall bei den Rumänen zur Geltung gekommen ist, wenn auch 
nicht in der Weise und in dem Sinne, wie es von A. Pumnul angestrebt wurde. Seinem 
Einflüsse ist es zuzuschreiben, daß die Bnkowiner Rumänen sich so leicht entschlossen, die 
lateinischen Buchstaben in ihre Schrift einzuführen. Inländische Stimmen über die Bedeutung 
Aron Pumnuls sind von seinem Schüler I. G. Sbiera in dem Werke: ,Jron Uuirmul, 
Vom a8nprn vlotii si insürrmZILkii Irn" 1889 publicirt worden.
	        
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