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Standpunktes, der bekannte Zacharias Kopystenski, für sein literarisches Hauptwerk,
das er ?aiino6ia nannte und zwischen 1621 und 1622 zum Abschlüsse brachte, einen
Theil der Materialien im Kloster Putna in der heutigen Bukowina sammelte. Er bezeugt
dies selber, indem er bei Gelegenheit der Erwähnung der bekannten Fabel von der Päpstin
Johanna ganz ausdrücklich bemerkt, daß er die Nachricht hievon unter anderen auch in dem
im Kloster Putna in kirchenslavischer Übersetzung vorhanden gewesenen Exemplare des
Dialogs des Archimandriten von Calabrien, Warlaam, vorfand. „Als ich" — so lauten
die eigenen Worte Kopystenskis — „in dem überaus berühmten moldauischen Kloster,
genannt Putna, weilte, habe ich dort das erwähnte Buch und in diesem Buche die
Geschichte von der Päpstin Johanna selbst gelesen."
Im Übrigen bewahrte aber die Literatur in der heutigen Bukowina den hergebrachten
Charakter, und bestand die Hauptthätigkeit der hiesigen Schriftgelehrten fast ausschließlich
im Copiren fertiger bulgarisch-, serbisch- und russisch-slovenischer Vorlagen. Diese
Thätigkeit steigerte sich noch, als ihr der Bischof von Radautz und nachmalige Metropolit
von Suczawa, Anastasius Krimkowicz, genannt Krimka, seine Unterstützung lieh
und die reichen Einkünfte seiner hohen kirchlichen Stellungen, die er mit einigen Unter
brechungen von ungefähr 1589 bis 1631 inne hatte, theils zum Ausbau des Klosters
Dragomirna bei Suczawa, theils zur Anschaffung von Handschriften verwendete. Metropolit
Anastasius Krimkowicz war aber nicht blos Freund und Förderer des Bücherwesens als
solchen, sondern er war auch auf splendide äußere Ausstattung und auf Ausschmückung der
von ihm bestellten Handschriften mit Miniaturen bedacht, zu deren Herstellung er sich vor
zugsweise eines gewissen Stefan ans Suczawa bediente. Beweis dessen unter anderen
der gegenwärtig in derLemberger Universitätsbibliothek aufbewahrte Evangeliencodex, sowie
das Apostolar vom Jahre l610, das die Wiener Hofbibliothek bewahrt.
Doch gerade zu der Zeit, als die Vorherrschaft des Kirchenslavischen in der Literatur
und im Praktischen Leben der heutigen Bukowina im gewissen Sinne ihren Kulminations
punkt erreichte, waren auch schon Momente vorhanden, welche dieser Vorherrschaft ein
unvermeidliches Ende bereiteten. Als solche Momente können angesehen werden: 1. Das
Versiegen neuer südslavischer Zuflüsse in Folge des in den Ländern bulgarischer und
serbischer Zunge seit der Unterjochung durch die Türken eingetretenen literarischen Still
standes; 2. das Zurückdrängen kirchenslavischer Sprache und Literatur auch iu den an
die heutige Bukowina angrenzenden West- und südrussischen Gebieten in Folge des in
jenen Gebieten immer mächtiger gewordenen polnischen Einflusses; 3. das Entstehen einer
besonderen rumänischen Literatur und die damit Hand in Hand gehende Einführung der
rumänischen Sprache in den amtlichen und kirchlichen Verkehr der heutigen Bukowina.
Von ailsschlaggebender Bedeutung war aber zweifellos das an dritter Stelle erwähnte