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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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aber er ist nicht blind gegen die Schattenseiten des Judenthums und kämpft mit ehrlicher 
Überzeugung gegen confessionelle Verbohrtheit, die gerade im Osten allem Fortschritt 
der Cultur hemmend entgegentritt. 
Einem Talente wie Franzos gegenüber treten Obrist, Staufe, Reichell, Kunz 
und andere, die gleichfalls dem Gebiete der Novelle sich zugewendet haben, begreiflicherweise 
ganz zurück, zumal das, was sie geschrieben, entweder nur flüchtig hingeworfen ist und dem 
Interesse des Augenblicks dienen wollte oder, wenn schon weiter ausgeführt, doch inhaltlich 
wie formell wenig Bemerkenswerthes bot. 
Seit der Begründung der Universität scheint ein Stillstand auf dem Gebiete der 
schönen Literatur in der Bukowina eingetreten zu sein, die älteren Talente verstummten 
allmälig und haben keinen Nachwuchs heranreifen gesehen, der auch nur formell Annehm 
bares bieten würde. Um so eifriger wandte man sich wissenschaftlicher Thätigkeit zu, 
und wir wären ungerecht, wenn wir nicht wenigstens einen Blick auf die Leistungen jener 
Männer werfen wollten, die sich der Erforschung des Landes widmeten; hier hat die 
Errichtung der Universität unmittelbar und auf das vortheilhafteste gewirkt. Bietet 
doch auch kein anderes Kronland des Reiches so eigenartige und anziehende Verhältnisse 
wie die Bukowina mit ihrem bunten Völkergemische. Thatsüchlich hat denn auch fast 
jedes dieser Völker und Völklein seinen Bearbeiter gefunden. Über die Ruthenen und 
Huzulen schrieb Kain dl, die Lippowaner und Juden zeichnete uns Polek, die Zigeuner 
schilderte Ficker, sie alle faßte Staufe, der auch die Sagen der Bukowina sammelte, in 
ein übersichtliches Bild zusammen. Noch reger war das Interesse für die Geschichte des 
Landes, besonders seit seiner Vereinigung mit Österreich. An der Spitze, der Zeit nach, 
steht der unermüdliche Wickenhauser, dem sich gleich verdienstvoll Polek, der uns auch 
die Anfänge des Schulwesens in der Bukowina geschildert und eine Geschichte des 
Protestantismus im Lande geschrieben hat, und v. Zieglauer anschließen; ihnen sucht 
Kaindl in den gleichen Bahnen zu folgen. Zu einem Mittelpunkte für historische 
Forschungen bildet sich allmälig das Jahrbuch des Bukowiner Landes-Museums heraus, 
das seinen Bestand vornehmlich den rastlosen Bemühungen Romstorfers dankt, der selbst 
wieder über das Bauwesen des Landes eingehende Studien veröffentlicht hat; gleichfalls 
der genaueren Erkenntniß der Bukowina dienen die „Mittheilungen des statistischen 
Landesamtes", die Mischler ins Leben gerufen hat.
	        
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