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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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Altartisch  befindet,  nach  Osten  und  besitzen  durchwegs  verhältnißmäßig  sehr  dicke  Mauern,
aber  nur  winzige,  stark  vergitterte  Fenster  und  blos  eine  einzige  ganz  kleine,  rechteckige
Eingangsthür,  welche  in  der  Regel  —  sowie  die  etwaige  Thüre  zwischen  Vor-  und  Hauptschiff ­
  —  von  innen  durch  in  Mauerlöcher  eingesteckte  Querbalken  verrammelt  werden
konnte.  Dies,  ebenso  die  noch  gebräuchliche  Bezeichnung  „Schatzkammer"  für  den  durch
Untertheilen  des  etwa  vorhandenen  schmalen  Zwischenschiffes  gewonnenen,  mittels  einer
engen  massiven  Wendeltreppe  zugänglichen,  gewöhnlich  fensterlosen  Raum  (z.  B.  in
Humora,  Solka,  Watra-Moldawitza,  ähnlich  auch  in  Radautz)  beweist  zur  Genüge,  daß
das  Gotteshaus  als  letzte  Zuflucht  gegen  herannahende  Feinde  diente.
Mit  wenigen  Ausnahmen  zeigen  alle  diese  Kirchen  in  Anlage  und  Durchbildung
dieselben  Grundsätze  und  die  gleichen  charakteristischen  Einzelheiten,  so  daß  man  in
Anbetracht  ihres  ursprünglichen  Verbreitungsgebietes  berechtigt  ist,  den  typischen  Baustil
derselben  als  „moldauisch-byzantinisch"  oder  kurzweg  als  „moldauisch"  zu
bezeichnen.  Er  entwickelte  sich  mittelbar  aus  der  Kunst  des  oströmischen  Reiches,  beeinflußt
von  romanischen  und  gothischen  Formen.  Gleich  den  älteren,  ihm  nahe  verwandten
Stilgattungen  in  den  kleinasiatischen,  namentlich  den  am  Schwarzen  Meere  gelegenen
Ländern,  am  Balkan  und  hauptsächlich  in  Griechenland,  gerieth  er  bald  in  einen
theilweisen  Stillstand  und  fiel  mehr  oder  weniger  der  Vergessenheit  anheim,  während
der  jüngere,  derselben  Familie  angehörige  südrussische  Stil  bis  in  die  Gegenwart  fort
lebt,  allerdings  manch  mißgestalte  Blüte  treibend.
Die  byzantinische  Kunst  fand  ihr  Hauptelement  in  der  römischen,  auf  vier  Traggurten ­
  ruhenden  Kuppel.  Durch  Anfügen  von  Halb-  und  Nebenkuppeln  an  die  mittlere
Kuppel,  beziehungsweise  Ausgestaltung  der  Grundrißform  zum  griechischen  Kreuz  mit  viergleich
  langen  Schenkeln,  entwickelt  sich  in  der  Folge  das  System  des  Centralbaues,  das
in  der  St.  Markuskirche  zu  Venedig  sein  glänzendstes  Beispiel  besitzt.
Im  Allgemeinen  baute  man  die  Gotteshäuser  minder  umfangreich,  ja  verhältnißmäßig ­
  klein.  So  besitzt  die  Kathedrale  von  Am  kaum  mehr  als  32  Meter  Länge  bei
ungefähr  20  Meter  Breite  und  einer  relativ  bedeutenden  Höhe;  die  größten  der  in  Betracht
stehenden  Kirchen  in  der  Bukowina:  die  zum  heiligen  Georg  in  Suczawa,  dann  die  Klosterkirchen ­
  in  Putna  und  Dragomirna,  sind  sammt  der  Vorhalle  blos  rund  43,  beziehungsweise
38  und  351/2  Meter  lang  und  im  Querschiff  an  12,  respective  114/s  und  11  Meter  breit.
Man  verringerte  insbesonders  auch,  um  die  Construction  zu  vereinfachen,  die  Spannweite
der  Kuppel,  verlieh  ihr  dagegen,  damit  sie  trotzdem  äußerlich  zu  wirksamer  Erscheinung
gelangt  und  den  von  ihr  bedeckten  Naos  als  den  Mittelpunkt  der  Anlage  kennzeichnet,
durch  Aussetzen  eines  Tambours  eine  größere  Höhe.  Den  durch  den  Wegfall  der  Emporen
verloren  gegangenen  Raum,  der  in  altbyzantinischen  Kirchen,  der  üblichen  strengen  Trennung
            
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