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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

Breite des Pronaos einschließlich der Mauerdicke von 7'7 Meter kaum über 8 Meter; an 
der jüngeren Solker Kirche von 10 Meter Breite rund 11 Meter; an der prachtvollen 
Klosterkirche Dragomirna von kaum 10 Meter Breite aber mehr als 17 Meter hoch. Die 
Ursache der verhältnißmäßig bedeutenden Kirchenhöhe mag theilweise auch in den selten 
fehlenden hohen, meist festungsartigen Ringmauern und Thürmen zu suchen sein, über 
welche das Gotteshaus wohl entsprechend dominiren mußte, sollte es auch für den außer 
halb des Klosterhofes befindlichen Beobachter entsprechend zur Geltung kommen; einiger 
maßen mag schließlich auch das Klima hiezu beigetragen haben, welches steile, hohe 
Dächer verlangt, und derart zur möglichsten Hochführung der Kuppel über dieselben und 
indirect auch der Mauern beitrug, obzwar man, wie wir bald sehen werden, durch eine 
besondere Gliederung des Daches die Kuppel fast in ihrer Gänze äußerlich sichtbar ließ. 
Die wachsende Höhe der Kirchenmanern hatte eine Verringerung der Stabilität zur 
Folge, was sich in vielen Fällen dadurch unangenehm bemerkbar machte, daß namentlich 
die Seitenwände, dem Schube der Vierungsgurten nicht genügend Widerstand leistend, 
sowie einzelne Wölbungen rissig wurden. Man half sich nun durch nachträglich hergestellte 
starke Strebepfeiler, welches Mittel ja bekanntlich bereits an der Sophienkirche in 
Konstantinopel zur Anwendung gelangte. An den späteren moldauischen Bauten ordnete 
man aber Strebepfeiler schon von vornherein an, und zwar gewöhnlich je ein Paar neben 
den Seitenapsiden, häufig noch ein Paar diagonal gestellte an den Ecken der Westwand 
und einen niedrigen Pfeiler vor dem in der Mitte der Hauptapsis befindlichen Fensterchen. 
Im Allgemeinen einfach gehalten, erhielten sie, da zu jener Zeit der Einfluß der Gothik 
bereits ein nachhaltiger war, genau die Form der zwei- oder dreifach abgesetzten Strebe 
pfeiler gvthischer Kirchen; bald fanden sie, entsprechend verkleinert, in reizvoller Weise 
auch an den vier Diagonalseiten der Laterne, auf dem Sternsockel ruhend, Anwendung. 
Eine erhöhte Stabilität erzielte man übrigens auch durch Verbreiterung der Mauern nach 
außen, das ist durch Anordnung eines weit vorspringenden, und diesfalls häufig als 
steinerne Sitzbank construirten Sockels. 
Die Kuppel war hier im Charakter des byzantinischen Stiles und Ist in südlichen 
Lagen auch jetzt noch rund abgedeckt; an den Bukowiner Kirchen namentlich mußte sie 
aber ein steiles Zeltdach erhalten und in gleicher Weise wurde das ursprünglich flache 
Dach, im Conflict mit den klimatischen Verhältnissen, durch ein steileres ersetzt. Damit 
aber letzteres den Kuppelfuß nicht verdecke, die Kuppel vielmehr entsprechend zur Geltung 
gelange, löste man die Bedachung in einzelne Theile auf, derart, daß zunächst der Laterne 
minder geneigte Dachflächen eingeschaltet wurden. Im Naos der Kirchen, an der rechts 
vom Eingänge gelegenen Mauerfläche, der sogenannten Widmungswand, finden wir das 
Gotteshaus ausschließlich nur mit der beschriebenen malerischen Dachform abgebildet,
	        
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