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ruht auf vier Säulchen, welche die uns bereits bekannte Form des verknüpften Wulstes
zeigen, während der Kielbogen der Stirnwand die gleiche Gliederung besitzt. Einzelne
Rundstäbe des Wulstes sind schuppenartig mit verschiedenen Blättern sculpirt, was denselben
ein ungemein reiches Ansehen verleiht.
Im Übrigen hat die Steinplastik, auch im Ornamente, eine nur geringe Anwendung
erfahren. Sie begnügt sich zumeist mit den bereits erwähnten, kerbschnittartig hergestellten
Rosetten an Bogensteinen, Fenstern und dergleichen, mit Schildchen und Ähnlichem. Eine
Ausnahme macht die reich verzierte Kuppellaterne zu Dragomirna. Die an zahlreichen
Eingangsthürmen, manchmal auch an Gotteshäusern angebrachten moldauischen Wappen
schilder, den Auerkopf, Halbmond und einen Stern zeigend, sowie sonstige ähnliche Arbeiten
sind zumeist einfach, zum Theile roh behandelt. Außer den obenerwähnten Steinmetzzeichen
besitzen wir bis jetzt nur noch auf einer Grabsteinplatte, und zwar jener Bogdans I.,
welche Stefan der Große Herstellen ließ, einen Nachweis über den Verfertiger, welcher
in kirchenslavischcr Schrift sagt: „Den Grabstein hat gemacht Meister Jan".
Auch von der Erzplastik kann nur wenig berichtet werden. Wohl widmeten die
Fürsten ihren Klosterkirchen Glocken, worunter namentlich die zwei von Stefan dem
Großen nach Woronetz gespendeten, ob ihres herrlichen Zusammenklanges noch heute
berühmt sind. Die Plastische Ausschmückung der Glocken beschränkt sich indeß immer
nur auf Inschriften und einzelne ziemlich roh modellirte Ornamente. Die Glocken in
Horecza wurden in der ehemaligen russischen Münzstätte Sadagöra (1773 und 1774)
gegossen. Reicher sind mitunter die großen, durch zierliche Ketten gehaltenen KuPPel-
und Dachkreuze ausgestattet. Gewöhnlich zeigen dieselben über einer großen Kugel mond-
sichelförmige Ornamente, welche, vielleicht mit Unrecht, als Zeichen der früheren
Abhängigkeit der moldauisch-walachischen Fürstenthümer von der Türkei gelten.
Bedeutende Fortschritte erzielte die Plastik in den Kleinkünsten, namentlich aber
in den Holz- und Elfenbeinarbeiten, welche gerade im Oriente, dem eigentlichen Vaterlande
dieser uralten Technik blühten, und bekanntlich später dem Abendlande als Muster dienten.
In erster Linie sind es die in reicher Bemalung und Vergoldung gehaltenen Ikonostasen,
wovon die älteren vielfach das halb naturalistisch gehaltene Rankenornament mit der Traube
zeigen; nur einzelne besitzen in ihrer mehrgeschoßigen Gliederung einfache Renaissance
formen. Als Beispiele möchten wir u. a. die Jkonostasis der ehemaligen Kirche von
Revna, jetzt in Stobodzia-Komarestie, hervorheben, wovon ein Theil sichtlich einer
früheren Bilderwand entnommen scheint; ferner die Jkonostasis aus der uach Czumnrna
übertragenen, früher in Kimpolung gestandenen Nikolauskirche; endlich jene von der
Johanneskirche in Sereth, von den Kirchen in Woronetz, Watra-Mvldawitza und
Suczawitza, von der Klosterkirche Dragomirna, deren Bilderwand angeblich aus der