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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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klöstern  ausgeübt,  unter  Entfaltung  großen  Reichthums  zu  bedeutender  Vollkommenheit
gedieh:  wir  meinen  die  in  echt  byzantinischen  Traditionen,  wohl  hauptsächlich  mit  orientalischen ­
  Materialien  ausgeführten  Seiden-  und  Goldstickereien  auf  färbigem  Atlas
an  Meßgewändern  und  dergleichen,  insbesonders  aber  als  Decken  mit  der  Grablegung
Christi  oder  dem  Tode  Mariens  und  als  Grabdecken  für  fürstliche  Persönlichkeiten.  Die
nackten  Theile  und  Haarmassen  der  oft  nahezu  lebensgroßen  Figuren  Christi,  der  Engel  rc.,
beziehungsweise  der  Fürsten,  sowie  einzelne  Ornamente  und  die  meist  umfangreichen
Inschriften  sind  in  entsprechend  farbiger  Seide,  oft  abschattirt,  im  Flachstich  gearbeitet,
während  die  Flügel  der  Engel  und  die  Gewänder  meist  mit  Silber-  und  Goldfäden  gestickt,
die  Heiligenscheine  und  Haupt-,  nicht  selten  auch  die  Faltencontouren,  aber  vielfach  mit
Perlen  eingefaßt  erscheinen.  Auch  diesfalls  besitzt  Putna  im  Allgemeinen  die  interessantesten,
Suczawitza  aber  die  kostbarsten  Werke.  Eine  ungemein  zarte  und  vollendete  Stickerei  zeigt
neben  dem  gestickten,  1490  von  Stefan  dem  Großen  gewidmeten,  247  Centimeter  langen
und  157  Centimeter  hohen  Bilde  der  Grablegung  Christi  die  Decke  mit  Maria-Entschlafung
aus  dem  Jahre  1510  in  Putna,  an  deren  oberer  Seite  die  Inschrift  angebracht  ist,
während  an  den  drei  übrigen  Seiten,  von  Rankenornament  umschlungen,  zwölf  Burgvesten
gestickt  sind;  eine  äußerst  sorgfältig  gestickte  „Grablegung  Christi"  ist  in  Dragomirna,
vom  Czar  Fedor  Jwanowicz  aus  dem  Jahre  1598  stammend,  während  Suczawitza  unter
anderen  eine  von  Jeremias  und  seiner  Mutter  Maria  1592  gestickte  Grablegung  von
135  Centimeter  Länge  und  110  Centimeter  Höhe  sein  eigen  nennt,  an  welcher  nebst  einem
goldenen  Sterne  und  sechs  Diamanten,  nach  dem  Inventar  nicht  weniger  als  10.929
größere  und  kleinere  Perlen  angebracht  sind.
Von  Profanen  Werken  dieser  Art  ist  eine  von  Johann  Jeremias  Mogila  aus
1601  stammende  Fahne  mit  dem  in  Gold  gestickten  moldauischen  Landeswappen  zu
erwähnen.
Wie  einzelne  Werke  der  eben  beschriebenen  sogenannten  Nadelmalerei  sind  Wohl
auch  viele  der  vorhandenen  Miniaturmalereien  auf  einheimischem  Boden,  und  zwar  zumeist
durch  kunstgeübte,  zum  Theile  vielleicht  ans  Griechenland  oder  Byzanz  stammende  Mönche
oder  deren  Schüler  in  den  Klöstern  selbst  entstanden.  Die  kostbaren  Einbände  der
kirchlichen  Bücher,  der  Mehrzahl  nach  in  Silber,  manchmal  unter  Verwendung  edler
Steine  ausgeführt,  läßt  aus  den  großen  Werth  schließen,  den  man  in  die  Bücher  selbst
setzte.  Die  älteren  derselben  sind  auf  Pergament  mit  kirchenslavischen  Lettern  höchst
sorgfältig  geschrieben  und,  einer  antiken  Übung  folgend,  mit  in  Farbe  und  Gold  gehaltenen
oft  sehr  reichen  Ornamenten,  sowie  vielfach  auch  figural  verziert.  Das  älteste  Werk  ist,
abgesehen  vom  sogenannten  Woronetzer  Codex,  das  bereits  angeführte  Humorer  Tetra-Evangelium
  Stefans  des  Großen,  in  welchem  dieser  Fürst  selbst,  in  knieender  Stellung,
            
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