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zugefallen waren, begann er die Gründung des Cistercienseritiftes Neun, die aber erst
nach feinem Tode zu Ende geführt wurde.
Leopolds Sohn und Nachfolger OttokarI. (1129 bis 1164) betheiligte sich,
begleitet von zahlreichen Edlen der Steiermark wie: Hartnid von Riegersburg, Richer
von Wildon, Poppo von Piber, am zweiten Kreuzzuge. Den ererbten Besitz vermehrte
er durch neue Erwerbungen. Als nämlich im Jahre 1148 sein Verwandter, der Graf
Bernhard von Trixen aus dem Hause der Sponheimer, auf einem Kreuzzuge starb,
gelangte die von ihm verwaltete Mark an der Drau mit Marburg an Ottokar und zehn
Jahre später, nach dem Aussterben
der Grafen von Pütteu, gewann er
auch das Gebiet zu beiden Seiten des
Semering.
Auf diesem wichtigen Gebirgs-
übergange erbaute der Markgraf im
Jahre 1160 ein Spital zur Aufnahme
und Pflege erkrankter Pilger, 1163
gründete er zu Voran ein Augustiner-
Chorherrenstift und 1165 rief er in
einem stillen, von der großen Heer
straße weit entfernten Waldwinkel in
der Nähe von Gonobitz die Karthause
Seiz ins Leben, die erste in Deutsch
land, deren Insassen ans Frankreich
herbeigerufen wurden. — Auch von
Anderen wurden zu Ottokars I. Zeiten
Klöster gegründet: so von dem Edlen Diepold von Chager 1140 an der Grenze von Kram
das Benedictinerstift Oberburg, welches dann im XV. Jahrhundert zur Gründung des
Bisthums Laibach verwendet wurde, und von Adelram von Waldeck in demselben Jahre
zu St. Marein bei Knittelfeld ein Augustiner-Chorherrenstift, das zwei Jahre später nach
dem nahen Seckan übertragen wurde.
So war denn um die Mitte des XII. Jahrhunderts die Lteiermark al» politische
Individualität ausgebildet, aber sie war noch nicht ganz selbständig, ihre Zugehörigkeit
hatte sich nur verschoben: die Kärntner Mark gehörte zu Kärnten, die Steiermark ist noch
von Baiern abhängig. Ihre territoriale Entwicklung erfolgte, wie wir gesehen haben, auf
privatrechtlicher Grundlage: die Markgrafen, die Träger eines Reichsamte?, hatren durch
Erbschaften in allen Theilen des heutigen Landes ausgedehnte Allode erworben, und wenn
Steiermark.
Siegel des Stiftes St. Lambrecht aus dem Jahre 1258.