wird dann im Falle des Gelingens unter lärmenden Zurufen der Zuschauermenge in das
Wasser geworfen. In Übung ist auch an vielen Orten das „Begraben des Faschings" und
der „Baßgeige" am Faschingdieustage. Im Safen- und Lafnitzthale marschiren zur Mitter-
nachtszeit der Wirth und die Gäste, jeder ein Gläschen und eine Spielkarte tragend, in
den Keller, wo die Gläser gefüllt und geleert, die Karten mittelst Taschenmesser an das
Faß geheftet werden und dann das Licht ausgelöscht und der Keller verlassen wird; das Faß
bleibt derartig „verpetschirt" bis zum Charsamstag, wo es dann nach der Auferstehungs
feier wieder weiter verzapft wird.
Das Nichtersetzen.
Ein eigenartiger, specisisch steirischer Brauch im Fasching ist das „Blockziehen",
welches besonders in den Gegenden des ehemaligen Grazer Kreises stattfindet. Wenn in
einem Jahre kein Mädchen aus einem Orte sich verehelicht hat, so wird ein geeigneter
gerader Baum gefällt und auf einen Schlitten oder Halbwagen gelegt, dessen Deichsel durch
mit Querhölzern versehene Ketten und Stricke bedeutend verlängert wurde; dieser „Block"
wird dann an einem der beiden letzten Faschingtage von den Mädchen durchs Dorf
gezogen, wobei auch die jungen Burschen fleißig Hand anlegen. „Wer blockzieht, heiratet
bald", heißt es im Volksmunde, daher sich denn auch nur wenige sträuben, daran theil-
zunehmen. Ein Trupp Musikanten geht dem Zuge voran und zahlreiche Masken
umschwärmen das seltsame Gefährte; oft wird so ein Block mit kleinen Bäumchen festlich
aufgeputzt, ja selbst ein Fäßchen Wein an demselben angebracht. Um Graz herum eröffnete