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Rach Joh. Elias Meichsncr 1SS7 heißt „subtiler" rede» soviel als „mit ringerer Arbeit ußsprcchcn".
sich heutzutage fast ebenso spröde noch gegen das Nachbarland verhält wie damals, da es
ein selbständiger Gau war. Über etliche putzige Redewendungen, wie: „Js eh recht!" — „Js
van Ding!" — „Öppa schon" hinaus dürfte sich die Aneignung überhaupt nicht erstrecken.
Der alte Merian bemerkt, daß man in Obersteier „etwas subtiler"' deutsch rede als im
Salzburgischen und Baierischen. Dieses Lob ist nicht recht greifbar, denn das Obersteirische
klingt eben nicht sein, klingt beispielsweise lange nicht so leutselig und zutraulich als das
kärntnische Deutsch; es ist eher wortfaul, klobig, holzschnittartig im Humor und von einer
Nachdrücklichkeit im Tonfall, die selbst in gleichgiltigen Fällen sich oft wie übellaunig,
meisternd und polternd ausnimmt. Von diesem obersteirischen Schlag ist vorwiegend
sogar die landeshauptstädtische Redeweise.
Über Pickten und Aspang weht von altersher viel österreichischer Wind ins Land.
Diesseits des Wechsels kann man Reden auffangen, wie: „Du geahst ja schon völli mit
an Stccka" — „'s Wagerl Han i brocha" — „i geh Kirra oder Kircha" — „Wocha" und
„Wötta". In den vormärzlichen Tagen konnte sich die Dialectkunst eines Castelli, Klesheim
und Hans Jörgel sogar in Graz als steirisch aufspielen, wogegen sich allerdings bald
das Hitzendorfer'sche als „ursteirisch" auflehnte. Wenn also hier Niederösterreich tief
einschneidet, so ist anderseits nicht zu leugnen, daß um den Schneeberg und die Raxalpe
die steirische Zunge vorklingt.
Wir haben also zunächst die Theilung unseres Sprachgebietes in die beiden mund
artlichen Hauptgruppen und sonach eine ausreichende Landesgrenzbegehung vorgenommen.
Nunmehr wollen wir uns da und dort, auf besonders elastischem Boden die Sprechweise
des Volkes vernehmlicher ans Ohr klingen lassen. Südlich reicht die deutsche Sprache, als
undurchsetzt, bis an den Posrnck und die Windischen Bühel, beziehungsweise bis an die
Dran und die untere Mur.
Was Untersteicr betrifft, so ist, wie schon vor zweihundert Jahren geschrieben
wurde, „dieses zu mercken, daß man mehrertheils Teutsch in den Städten, aufs dem Land
aber Windisch oder Sclavonisch redet, wiewol vor Gericht in Deutscher Sprach gehandelt
wird, auch die Landesfürstliche Befclch in selbiger ausgehen".
Wenn wir mm vom Posrnck aus gegen das Hochland vorrücken — die deutsche
Besiedlung hat den entgegengesetzten Weg eingeschlagen —, so stoßen wir zunächst auf
den weichen, zumeist mit Doppellauten geschwängerten Snlmer Dialect. Gleichgiltig, ob
wir ihn in „Eibaschwoal", „Wis", „Gleistötten" oder sonstwo bis „Lanschber" oder
„Leimaz" (wie der „Ursteirer" die Ortsnamen spricht und schreibt), ob wir ihn im Krug,
auf dem Marktplatz, in der Gerichtsstube, an der Kegelpudel oder im „Schwoagwatd"