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MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Steiermark

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schon  entrückt  ist,  welche  man  auch  selbst  schon  nicht  mehr  so  ernst  nimmt,  aber  doch,
wenn  mich  mit  ungläubigem  Lächeln,  beobachtet.  So  erzählt  man  sich  noch  immer  von  dem
wunderbaren  Schalten  und  Walten  der  Gebnrts-  und  Schicksalsfranen  .Hosviriee"  und
,8oMrw6",  welche  dem  Erdenpilger  gleich  bei  dessen  Geburt  das  Schicksal  bestimmen  In
den  Gebirgsgegenden  führen  diese  den  Namen  weiße  Frauen  (bvlv  Lene)  und  Hausen  ans
den  höchsten  Berggipfeln,  sind  von  schlankem  Körperbau,  besitzen  lange  Haare,  sind  weiß
gekleidet  und  können  durch  die  Lust  fliegen.
Bei  Eintritt  der  schweren  Stunde  ruft  die  Bäuerin  die  Pathin  und  die  Wehmutter
ins  Haus,  welche  alle  Hausbewohner  ans  dem  Zimmer  schaffen,  um  das  Kind  vor  dem
Blicke  unberufener  Augen  zu  schützen.  Einige  Münzen,  ins  erste  Bad  geworfen,  sollen  dem
Kinde  Neichthum  bringen.  Die  Taufe  wird  so  schnell  als  möglich  vorgenommen,  die
Pathin  trägt  das  Kind,  die  Wehmutter  aber  eine  Flasche,  eine  Kerze  und  ein  weißes  Tuch,
^n  der  Flasche  soll  sie  stärkenden  Wein  für  die  Wöchnerin  mitbringen,  die  Kerze  wird
angezündet,  wenn  jemand  entgegenkommt,  damit  derselbe  keine  Macht  über  das  Kind
erhalte,  da  das  am  liebsten  sich  erfüllt,  was  die  Begegnenden  von  einem  Ungetansten
denken;  das  weiße  Tuch  soll  dagegen  zeigen,  daß  ein  unschuldiges  Kind  zur  Taufe  getragen
wird.  Erst  nach  der  heiligen  Handlung  stillt  die  Mutter  das  Kind,  denn  es  könnte
unersättlich  werden,  wenn  dies  früher  geschähe.  Eine  Woche  darauf  sendet  die  Pathin  der
Mutter  zwei  große  Laibe  Weißbrod  spornen)  und  zwei  Ellen  seines  Leinen,  dem  Täufling
aber  einige  Ellen  Leinwand  zum  Geschenke.  Die  Wöchnerin  wird  bis  zu  ihrer  Vorsegnnng
mit  Wein  bewirthet  und  darf  die  Hausschwelle  nicht  überschreiten,  damit  kein  Unglück
ülnr  das  Haus  komme;  das  Kind  wird,  wenn  es  männlichen  Geschlechtes  ist,  gerne  in
männliche  Kleidungsstücke  gehüllt,  damit  es  später  nicht  zu  sehr  nach  der  schöneren
Menschenhülste  schiele;  ans  ähnliche  Weise  sucht  man  auch  die  Mädchen  zu  schützen.  Die
ersten  sechs  Wochen  darf  man  das  Kind  nicht  allein  lassen,  damit  es  die  wilde  Frau
(ckivsn  Leim)  nicht  raube  oder  gar  ersticke.  Der  Pathe  tritt  nach  dem  Volksglauben  in
enge  Verwandtschaft  mit  dem  Täufling,  so  daß  nach  dem  Volksliede,  auf  Mariens  Fürbitte,
alle  Seelen  aus  der  Hölle  entlassen  wurden  bis  auf  jene,  welche  den  Gatten  erschlagen,  sich
mit  dem  Pathen  vergangen  oder  an  Gott  verzweifelt  hatten.
Kommt  für  den  Zungen  die  Zeit  heran,  da  ihn  der  Kaiser  vorruft,  um  ihm  die
Vertheidigung  des  Vaterlandes  anzuvertrauen,  so  darf  er  sich  schon  unter  die  Jugend
mischen,  die  Samstag  Abends  auf  dem  Dorfplatze  ihre  Gesänge  erschallen  läßt.  Aber  auch
da  hat  er  den  Befähigungsnachweis  zu  liefern.  So  lag  und  liegt  noch  z.  B.  in  Oberburg
ein  150  alte  Pfund  schwerer  Stein  vor  einem  Hause,  an  welchem  der  Bursche  zuerst  seine
Kraft  erproben  muß,  ehe  ihn  die  älteren  Kameraden  als  ebenbürtig  betrachten.  Nun  darf
er  auch  unter  Liebchens  Fenster,  aber  bei  Leibe  nicht  außer  der  eigenen  Gemeinde,  denn
            
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