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Volke als die heiligste im Jahre, die Feuer sollen zu Ehren des Urasrnlc, auch Urslnilr,
angezündet werden, der oor Zeiten, als die Erde noch mit Wäldern und Morästen bedeckt
war, viele Ungeheuer und giftige Schlangen erlegt haben soll. Die Frauen Wersen Eisenkraut
in die Gluth, um gegen Unglück gefeit zu sein, die Bursche suchen dabei die Mädchen
mit Wasser zu begießen und springen über das Feuer, über welches man vordem auch
das Vieh trieb.
Die schwere sommerliche Arbeit beschließt ein Fest nach Beendigung des Drusches
(ckomlaUO); im Herbste bildet die Weinlese mit ihren Freuden den Schluß der Arbeit in
den Weingegenden, während im Gebirge nach dem Einbringen der Streuvorräthe der
Abschluß der Arbeit gefeiert wird. So rückt der Winter heran, der jedoch auch für Jung
und Alt zu Martini und Nikolai freudige Ruhepunkte bringt und zu Weihnachten wieder
sich einfügt in den Festkalender des Jahres.
Das Volk beschäftigt sich hauptsächlich mit der Landwirthschaft, die Industrie ist
nicht bedeutend, der Bergbau liefert nur Kohle. Vor nicht gar langer Zeit betrieb man
an der Dian bis über Pettau hinauf noch die Goldwäscherei. Dann und wann kommen
Goldwäscher auch jetzt noch aus Kroatien herauf, die Einheimischen haben jedoch diesen
Enverlwzweig als zu wenig lohnend aufgegeben, so daß nur der Name des Dorfes
»/üaloliese« (Golldorf, verderbt aus Golddorf) bei Pettau daran erinnert. Mit Kahn
und Werkzeugen kommen die Goldsucher zu Wagen angefahren, schicken das Geführte
zurück und beginnen ihre Arbeit. Zu drei Personen zusammen entfernen sie den groben
^chvttrr und bilden Hausen von feinem Sande. Ein dickes Brett von etwa 70 bis
80 Centimeter Breite und 12 Meter Länge, dessen Oberfläche mit horizontalen Sügennschnitten
versehen ist, wird als schiefe Ebene aufgestellt, auf welche ein Arbeiter Sand
wirft, während ein zweiter Wasser darauf gießt und ihn dadurch abschwemmt. Die in den
Einschnitten zurückbleibenden Goldkörner werden sodann in Quecksilber amalgamirt und
an die Münze in Csakathurn verkauft. Der Verdienst wird ans 80 Kreuzer per Arbeiter
und Lag geschätzt, besonders günstige Umstände sollen aber sogar einen Ertrag von täglich
2 Gulden ermöglichen. Im Volksmunde leben noch viele Sagen und Märchen, die zum
Therl noch des Forschers harren. Der Nativnalheld der Slovenen ist , Urals NatsaL«
(König Matthias), dessen Urbild wohl in das graue heidnische Alterthum znrückreicht, was
ähnliche Züge in verschiedenen anderen slavischen und nichtslavischen Sagen beweisen.
Auf die Gestaltung desselben hatten die Thaten des Königs Matthias Corvinus und der
Cillier Grafen einen besonderen Einfluß. Am nächsten verwandt ist die südslavische Sage
von dem Kvnigvsohn Marko (lUarlro Uralseviö), der auch den Slovenen nicht unbekannt ist.
Die Liebe des Volkes erwarb sich der Held Matthias durch seine Gerechtigkeit und seine
Lapstnkeit im Kampfe gegen die Türken. Wie Barbarossa und Marko ist er nicht gestorben,