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im Cechischen und Polnischen. Das slovakische r steht diesbezüglich auch noch ans dergleichen
Stufe wie das slovenische. Weiter ist die Lantgruppe ro und 1ö vor einem
Consonanten, insofern diese Lautgruppe aus einem ursprünglichen er und ei hervorgegangen
ist, der slovenischen Sprache mit den übrigen südslavischen und der cechischen
Sprache gemeinsam: das Wort Berg lautet demnach kre^. Auch die Einschaltung des I
nach den Lippenlauten vor präjotirten Vocalen ist eine Eigenthümlichkeit des Slovenischen
und Serbo-Kroatischen, so z. B. sprechen die Slovenen und die Serbo-Kroaten
26irüsa (die Erde), die Cechen und auch die Bulgaren aber 26IN0. Die Abweichung an
der italienischen Grenze, wo l wie i lautet, beruht auf italienischem Einflüsse. Die
Behandlung der Dentale vor präjotirten Vocalen ist schon im Slovenischen anders als
in den übrigen südslavischen Sprachen. Während nämlich die Lautgruppe, welche ans dem
ursprünglichen *tja zusammenfließt, im Kroatischen und Serbischen als ön, das ist mit
einer unvollständigen Palatalisirnng ausgesprochen wird, lautet sie im Slovenischen im
Allgemeinen als ea, mit vollem Palatal: vergleiche das serbo-kroatische Iroeote (ihr
wollet) und das slovenische lioeoto. Die altslovenische Schreibung st, z. B. IioStvke, zeigt
diese Lautgruppe in metathetischer Lantfolge. Die Lautgruppe, welche aus *ch'a entsteht,
läßt noch einen weiteren Unterschied erkennen. Während sie nämlich im Kroatischen und
Serbischen analog dem ea als ä'a lautet, fällt im Slovenischen der Dental ab und der
zurückbleibende Palatallaut wird rein und nicht tönend ausgesprochen: *cisa lautet also
im Slovenischen ja. Das ist jene Lauterscheinung, von welcher stets die Rede ist, wenn
über den Zusammenhang des Neu- und Altslovenischen ein Zweifel ausgesprochen werden
soll. Die altslovenische Sprache bezeichnet nämlich die fragliche Lautgruppe mit Lcku.
Demnach wurde im Altslovenischen s zu 2 und hat mit dem voransgehenden cl die Stelle
getauscht, während, wie erwähnt, im Neuslovenischen ck vor j abfällt. Altslovenisch roLäerm,
(geboren) aus *roch'«;m> lautet im Neuslovenischen rojoir, während es im Serbo-Kroatischen
rocken, im Bulgarischen ebenfalls roLäen und im Russischen roLen, im Cechischen und
Polnischen endlich ro^en lautet.
Als eine vereinzelte Erscheinung ist der Übergang des aus p- erweichten Lautes L in
r zu erwähnen. Dies ist nämlich der Fall im Zeitworte worein (ich kann), altslovenisch
irroZg, rnoLesi, dann im Worte nboren (arm) aus udoLen und in der Anhängepartikel
re aus Le, z. B. köre aus toLe (daher). Im letzteren Worte ist dieser Übergang auch
im Kroatischen üblich. Soweit ließen sich die Eigenthümlichleiten der Consonanten
charakterisiren.
Was die Vocale anbelangt, so ist im Allgemeinen eine Vereinfachung derselben zu
constatiren. Die altslovenischen Halbvocale u-, r werden im Neuslovenischen in unbetonten
Silben meist ausgelassen, in betonten aber durch n oder e ersetzt, altslovenisch äcin.