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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Steiermark

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wurde, in allen diesen Stellungen und als Lehrer höchst verdienstlich und erfolgreich 
gewirkt hat und darum auch die volle Gunst seiner mnsikkuudigeu und musikliebenden 
kaiserlichen Herren bis zu seinem Tode (1741) stets und reichlich genoß, hat auch für die 
Kirche, das Theater und das Concert sehr viel componirt und galt seinerzeit als einer der 
bedeutendsten Componisten. Der Musikgelehrte Dr. Ludwig von Küchel hat in einem 
umfangreichen Werke „Johann Josef Fux" (Wien 1872) das Leben und die künstlerische 
Thätigkeit dieses Meisters aus der Steiermark beschrieben. Die Chroniken steirischer Kirchen 
und Ortschaften rühmen noch manche Musiker; doch fehlt der Raum hier ihrer besonders 
zu gedenken. 
Die Schilderung der Musikzustände in Steiermark wäre sehr unvollständig, wenn 
dabei die Volksmusik übergangen würde. Leider reichen die Quellen darüber kaum bis 
in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts zurück und fließen überhaupt nur spärlich. 
Es sind zwar viele Volksliedertexte, aber nur wenige Melodien aus älterer Zeit erhalten. 
Das steiermärkische deutsche Volkslied ist dem oberbaierisch-österreichischen melodisch, 
rhythmisch und harmonisch engstens verschwistert, so daß sich wesentliche Unterschiede 
zwischen baierischen, österreichischen und salzburger und steirischen Volksmelodien schwerlich 
Nachweisen lassen. Es verhält sich damit beiläufig ebenso wie mit dem steirischen Tanze, 
der von einer Art des baierischen oder tiroler Ländlers nicht wesentlich verschieden ist, 
aber in Einzelnheiten von einem Steirer anders getanzt und von einem echten Steirer- 
Geiger mit eigener Strichart, Applicatnr und Betonung anders gespielt wird als von 
einem Baier oder Tiroler. Vortragsweise und Ausführung sind das Unterscheidende, nicht 
die Melodie und ^.anzart; jene haben Nikolaus Lenau zu einem schönen Gedicht über den 
Steuer tanz, „diese Elegie der Tanzlyrik", begeistert und dem „Steirischen" zu jener 
Berühmtheit verholfen, deren er sich zu erfreuen hat. In seiner einfachsten Gestalt besteht 
dieser -ranz aus acht oder nur aus vier sich wiederholenden dreitheiligen Tacten einer 
zumeist in gebrochenen Terzen und Sexten auf den Dreiklangsharmonien des Grundtons 
und der Quint meist in Achtelnoten fortlaufenden Melodie, welche als zweiter Theil um 
fünf Töne höher und dann nochmals in der ursprünglichen Lage gespielt wird. In dieser 
knappen Form wurden tausende von Tanzmelodien in unerschöpflicher Mannigfaltigkeit 
und häufig nach der Eingebung des Augenblicks erfunden; aber immer ist der „Steirische" 
ein Tanz im Dreivierteltact und die „Styrienne", welche Ambroise Thomas seine Mignon 
im Zweiviel teltact singen läßt, hat mit dem Steirischen nichts als die Sextensprünge 
gemein. Während Obersteiermark stets dem Steirischen vor anderen Tänzen den Vorzug 
gab, war und ist im llnterlande der begnemere Walzer oder Deutsche der beliebteste 
Volkstanz. Vor nicht gar langer Zeit wurde bei Hochzeiten aus dem Lande auch noch der 
Menuett getanzt, wie auch der Kehraus und der Polstertanz (Zweivierteltact), während
	        
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