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Die Jesuitenuniversität in Graz zu Ende des XVII. Jahrhunderts.
Traetate, Postillen auch wohl Bearbeitungen einzelner Theile der Bibel ausschließlich
deutsch, dem Beispiele Luthers folgend, das er durch so zahlreiche deutsche Werke gegeben.
Die Grazer Jesuiten waren damit gewissermaßen gezwungen, ihre Gegenschriften ebenfalls
in deutscher Sprache abzufassen, und obgleich der hierdurch entstandene theologische
Streit weder erquicklich uoch überhaupt anständig genannt werden kann, bot er doch
Gelegenheit zur fortwährenden Anwendung und damit Ausbildung der Sprache. Es ist
zu bedauern, daß durch die vom Erzherzog Ferdinand im Jahre 1600 angeordnete
Verbrennung sämmtlicher protestantischer Bücher in Graz vielleicht auch manches Werk zu
Grunde gegangen ist, das uns Einblicke selbst in das poetische Geistesleben hätte
bieten können.
Als im Jahre 1586 durch Erzherzog Karl die Grazer Jesuitenuniversitüt
gegründet wurde, hatte dies allerdings für die Wissenschaft gewisse Vortheile; Vorlesungen
über Poesie, Rhetorik, Aesthetik fehlten nicht, die lateinische Sprache behielt aber ihre feste
Stellung und erst die Zeit der reformatorischen Streitigkeiten brachte, wie erwähnt, hiervon