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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Steiermark

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Weltgerichtes im Jahre 1589, wobei die Sonne erblaßte, der Mond und die Gestirne vom 
Himmel stürzten, die Gräber sich öffneten und die Todten auferstanden, der Weltrichter 
majestätisch auf einer Wolke erschien, die Scharen der Seligen emporstiegen, die Flammen 
der Hölle emporlohten und die Welt im allgemeinen Brande unterging. Ein andermal 
gab der Kampf St. Georgs mit den Drachen Gelegenheit zu bewunderungswürdigen 
mechanischen Kunststücken. Als Ferdinand II. 1600 seine Vermählung mit Anna Maria 
von Baiern feierte, wurde von der Universität ein großartiges Schauspiel „David und 
Saul" aufgeführt, das sogar zwei Tage dauerte und wieder die Kunst merkwürdiger 
Maschinen bewundern ließ. Bei einer anderen feierlichen Gelegenheit im Jahre 1660 
erschien in dem Stücke „Eustachius und Placidus" der Herrscher auf der Bühne, den der 
Genius Steiermarks in sein Luftgefährte aufnimmt und nach Steiermark führt, wo ihm 
die Göttin Diana mit zahlreichen Thieren huldigt. Eustachs Schutzgeist kämpft in der 
Luft mit Furien und Dämonen, die zuletzt besiegt und von der göttlichen Rache in 
Drachengestalt verschlungen werden. 
In dieser und ähnlicher Weise wurde für die großartige Ausstattung der unter den 
Jesuiten aufgeführten Schauspiele gesorgt. Der eigentliche textliche Inhalt derselben war 
so einfach als möglich, der Dialog oft geradezu schülerhaft, lange Monologe erschienen 
öfter eingefügt und ersetzten die fehlende Handlung. Begreiflicherweise erschienen als die 
Helden derartiger Stücke Personen aus der Heiligenlegende oder aus der Bibel besonders 
häufig, so wurde im Jahre 1603 eine Tragödie von der heiligen Cäcilia, im Jahre 1604 
die „Action von der heyligenn Büsserin und Liebhaberin Christi, Maria Magdalena" 
vorgeführt, beliebte Stoffe waren auch „Esther", „Jonathan", „Elias", „Job", 
„Mardachäus", nicht minder wählte man jedoch auch Persönlichkeiten oder Ereignisse aus 
der Profangeschichte, im Jahre 1649 wurde sogar „Constantinopel oder Constantinus der 
Achte, griechischer Kayser tragödienweiß von der akademischen Jugend" zur Darstellung 
gebracht, ferner gaben „Cyrus", „Thomas Morus", „Scipio", „Tomyris", „Kodrus", 
„Demetrius" gerne gesehene Helden für die Jesuiteubühne ab. Daß im Geschmack der 
Zeit gehaltene mythologische Scenen und Schäferstücke nicht fehlten, braucht wohl nur 
angedeutet zu werden. Neben den Besuchern der Hochschule finden wir sogar in den 
niederen Lateinschulen die Aufführung dieser und ähnlicher Tragödien sowohl in Graz als 
auch in den anderen Schulen des Landes zu Leoben, Judenburg rc. Zur Zeit der Fast 
nacht waren es wohl auch heitere Comödien und Schwänke, welche über die Bühne des 
Akademietheaters gingen, so wurde 1587 ein Schwank vom Wirthschafter Theophilus, 
1602 ein solcher von dem entlarvten Tugendheuchler Philautus, 1609 die Geschichte vom 
verlornen Sohne als Tragicomödie aufgeführt. Im Jahre 1639 gelangte zur Darstellung: 
„Doller Bawrskönig das ist: Ein voller Bawr zu königl. Würde erhoben, dann widerumb
	        
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