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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Steiermark

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das Enns- und Paltenthal mit ihren Seitenthälern und die Umgebung von Anssee. Die 
Milchergiebigkeit der Bergschecken wird allenthalben gelobt, doch ist ihre Mastfähigkeit und 
Zugleistung keine bedeutende, weßhalb sie mehr und mehr von den genügsamen Pinzgauern 
verdrängt werden, deren wirthschaftlicher Werth als Melk-, Zug- und Mastvieh insbesondere 
in den letzten Jahren in vielen Bezirken des Mittellandes erhöhte Anerkennung gefunden 
hat. Außer den oben bezeichneten Zuchtgebieten wird in allen übrigen Theilen des Landes, 
namentlich im Mittel- und Unterlande, mit Ausnahme einzelner Stammzuchten keine 
Reinzucht betrieben. Das racelose Rind dieser Landestheile, das in verschiedenen Bezirken 
verschiedener Abstammung ist, wird, wenn auch nicht zutreffend, cumulativ als Landschlag 
bezeichnet. Zur Verbesserung desselben werden Stiere der einen oder der anderen reinen 
Landeszucht mit theilweiser Unterstützung des Staates und des Landes verwendet. Das 
größte Hinderniß einer rationellen Rindviehzncht, der Mangel an sprungfähigen stieren, 
ist durch das gegenwärtig bestehende Landesgesetz zur Hebung der Rindviehzucht beseitigt, 
und äußern sich die wohlthätigen Folgen dieses Gesetzes allenthalben in der raschen 
Verbesserung der Körperformen der Rinder, wenn auch die strenge Durchführung des 
Gesetzes nicht allerorts bei der bäuerlichen Bevölkerung Anklang findet. Nach den beiden 
Zählungen vom Jahre 1870 und 1880 hat die Zahl der Rinder um 67.0>>0 ^tück 
zngenommen, wovon über 31.000 ans das Mittelland, über 19.300 aus das Unterland 
und über 16.600 aus das Oberland entfallen, so zwar, daß sich der Rinder stand im Mitte l- 
lande um 14 Prvcent, im Unterlande um 10 Procent und im Oberlande um 9 Proeent 
gehoben hat. Es entfallen im Unterlande 1'7 Hektar, im Oberlande 16 Hektar und im 
Mittellande 13 Hektar landwirthschaftlicher Culturfläche ans je ein Rind. 
In jenen Landestheilen, in welchen Reinzucht betrieben wird, bildet der Handel mit 
Zuchtvieh die hauptsächliche Einnahmequelle aus der Rindviehzncht, doch findet der Umsatz 
im geringsten Maße auf den Märkten, vielmehr im Stall oder ans der Alpe statt, wo sich die 
Käufer und Händler am liebsten vor dem Abtriebe einfinden. Der Export der Zuchtthiere 
wird nach allen Kronländcrn, aber auch über die Reichsgrenze betrieben. Ebenso ist der 
Absatz nach Bosnien und der Hercegovina ein nicht unbedeutender. Eine schwer und nur 
langsam ausznrottende, der Viehzucht abträgliche Gepflogenheit der bäuerlichen Züchter ist 
es, gerade die schönsten Stierkülber zu verschneiden, weil sie kräftige Ochsen zu liefern ver 
sprechen. Ein gleichfalls schwer zu beseitigender Übelstand ist das so häufig anzutreffende, 
zum Theil aus Eitelkeit herrührende Streben der bäuerlichen Besitzer, nur recht viele 
Thiere im Stall stehen zu haben, ohne Rücksicht darauf, ob für deren Überwinterung das 
erforderliche Futter vorhanden ist. 
Auf der Alpe gehen die Thiere frei herum nnd entbehren in der Regel selbst bei 
schlechtem Wetter und während der Nacht eines ausreichenden Schutzdaches. Bon der
	        
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