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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Steiermark

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Villen inmitten wohlgepflegter Gärten, so unmerklich den Übergang von der Stadt zu den 
reizenden, diese umgebenden Landschaften bildend. Die Schönheit der Lage von Graz 
kann man nur durch einen Umblick von der Höhe des Schloßberges kennen lernen. Im 
Norden begrenzen den Gesichtskreis von der Gleinalpe bis zur Brücker Hochalpe die 
Uralpen, welche sich in sanft geschwungenen Linien hinziehen und durch ihre Massen- 
haftigkeit und das dunkelgrüne Waldkleid, das sie bedeckt, einen imposanten ernsten Anblick 
darbieten; fast schöner als im Sommer ist diese Kette vom Spätherbst bis zum Frühling, 
wenn eine ununterbrochene Schneedecke sie hell erglänzen läßt, daß sie an sonnigen Tagen 
viel großartiger und höher erscheinen, als sie wirklich sind. Die Ruine Gösting und die 
Cholerakapelle einerseits, die Kanzel mit dem Admonterkogel anderseits umschließen den 
Murdurchbruch und östlich davon erhebt sich im Vordergründe der Geyerkogel und der 
Schockt; die anmnthigen Berge und Hügel, der Reinerkogel, der Nosenberg, die Platte, 
welche die Stephanie-Warte trägt, der Ruckerlberg erreichen mit ihren letzten Abhängen 
die Stadt und tragen, umgeben von üppiger Vegetation, niedliche Häuser, stattliche Villen, 
schloßartige Bauten, wie Kroisbach und Hallerschloß; über ihre Schultern blicken aus der 
Ferne der Kamm des Rabenwaldes, die Spitze des Weizer Kulmberges, der ein weithin 
leuchtendes Kirchlein trägt, und der Stradnerkogel herüber; in der Nähe hebt sich aus 
grünem Hintergründe die weißglänzende doppelthürmige Kirche Maria-Trost ab; zwischen 
den Hügelreihen im Osten und den Bergzügen im Westen liegt das Grazerfeld, lichtgrün 
im Frühling, wenn die jungen Keime dem Boden entsprießen, gelb im Hochsommer, 
wenn die wogende Saat in vollen Ähren steht, weiß, wenn des Winters Schnee die Erde 
hüllt; der Wildonerberg, weithin sichtbar, überall kennbar durch seinen langgestreckten 
Rücken, die anmnthigen Berge des Sausal mit dem spitzen Temmerkogel schließen sich ihm 
an, aber überragt von den wuchtigen Formen des Bacher; dort wo er sich gegen Westen 
absenkt, ahnt man den Durchbruch der Drau, und von da an umschließt den Horizont der 
herrliche Gebirgszug der Koralpe, der dem Blicke an Kärntens Grenzen Halt gebietet; den 
Vordergrund füllen auf der Westseite der Florianiberg mit einer Kapelle auf der Spitze 
und der alten Kirche Straßgang am Fuße, ihr gegenüber auf einem in die Ebene vor 
geschobenen Hügel Schloß und Kirche St. Martin, seit 1137 dem Stifte Admont gehörig, 
der schöngestaltete Buchkogel, der von der Kronprinz Rudolfs-Warte aus eine herrliche 
Fernsicht darbietet, der Gaisberg, an dessen Fuß das Fürstenschloß Eggenberg, jetzt 
Eigenthum des Grafen von Herberstein, sich erhebt, und endlich der höchste von den 
Bergen der nächsten Umgebung von Graz, der Plawutsch, auf dessen Spitze die Fürsten 
warte steht zur Erinnerung an die Besteigung desselben durch Kaiser Franz, Kaiserin 
Karoline, Erzherzogin Maria Louise, Erzherzog Johann und den Herzog von Reichstädt 
(30. Juni 1830).
	        
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