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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Steiermark

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Rande  der  windischen  Bühel  und  weit  im  Osten  Stadt  nnd  Schloß  Fricdau,  die
herrlichen  Weinberge  von  Sauritsch  und  Groß-Sonntag,  Kirche  und  Schloß,  Commende
des  deutschen  Ordens.
Dia  Ätlzbacher  Alpen  und  das  ^ann-Save-Gebiet.
An  dem  lriplex  oontiinnm  von  Steiermark,  Kärnten  und  Krain  ragen,  einer
mächtigen  Felsenbnrg  gleich,  die  Sulzbacher  Alpen  empor,  hegen  in  ihrem  Schoße  großartige ­
  Naturbilder  und  gewähren  von  ihren  Spitzen  herrliche  Fernsichten.  Nur  ein  einziger
offener  Zugang,  bei  Leutsch  im  obersten  Sannthale,  führt  hinein  in  diesen  imposanten
Kalkgebirgsstock.  Es  ist  aber  nur  ein  Fußweg  durch  einen  Engpaß,  der  da  an  den  Ufern
des  Flusses  bald  rechts  bald  links  sich  bis  nach  Sulzbach  zieht.  Dieser  Engpaß  ist  einer  der
längsten  und  wildesten  der  Alpen,  die  Thalsohle  wird  ganz  von  dem  Flusse  eingenommen,
ans  dem  sich  unmittelbar  waldige  Berggehänge  nnd  steile  Felsenmauern  erheben.
Am  linken  Ufer  liegen  die  Wände  der  Raducha  (2.065  Meter),  während  rechts  die
Vorberge  des  Veliki  vrh  (2.113  Meter)  und  anderer  Kolosse  sich  hinlagern.  Hoch  hinauf
führt  der  Pfad  an  eine  Felswand,  der  ein  riesiger  Monolith  vorgeschoben  ist.  Nur  eine
schmale  Spalte  trennt  ihn  von  der  Wand,  durch  diese  etwa  vier  Meter  hohe  und  kaum
zwei  Nieter  breite  Öffnung,  30  Meter  über  dem  Flußbette  führt  der  Pfad  hindurch  —
dies  ist  die  vielgenannte  Nadel,  in  der  That  eine  großartige  Scenerie.  Weiter  links  öffnet
sich  eine  selten  besuchte  Schlucht,  Novauokot,  die  aber  des  Besuches  vollauf  wertst  ist;  sie
birgt  in  ihrem  Schoße  eine  Alpenwiese,  um  die  sich  ein  Waldkranz  zieht.  Über  diesen
ragen  die  kahlen  grauen  Felsenmauern  senkrecht,  scheinbar  überhüngend  empor  und  die
Schlußpfeiler  bilden  die  Oistrica  (2.350  Meter)  und  der  Veliki  vrh.  Von  jenseits  der
Nadel  an  erweitert  sich  das  Engthal  der  Sann  nnd  in  einer  Stunde  erreicht  man  das
ans  einer  lieblichen  grünen  Wiesensläche  im  Angesicht  gewaltiger  Bergriesen  gelegene
Alpendörfchen  Snlzbach.  Überraschend  ist  der  Umstand,  daß,  während  man  von  Cilli
an  im  ganzen  Sannthale  und  in  seinen  Nebenthäleru  kaum  auf  Spuren  der  Gothik
stößt,  Snlzbach  eine  kleine  sehr  hübsche  gothische  Kirche  hat,  im  Stile  des  XV.  Jahrhunderts, ­
  wenn  nicht  älter  —  mit  einem  Chorabschlnß  ans  dem  Achteck,  Sterngewölben  an
der  Decke,  gut  gearbeitetem  einfachen  Maßwerk  an  den  Fenstern  und  einer  schönen
Fensterrose  über  dem  Musikchore.  Die  Sann  fließt  als  wildbrausender  Gebirgsbach
durch  ein  Felsenlabyrinth  aus  dem  Logarthale  in  das  von  Snlzbach  heraus;  eine  Bergenge ­
  führt  in  jenes  und  bald  befindet  mau  sich  auf  der  letzten  Thalstufe  desselben.  —
„Der  Halbkreis  am  Fuße  dieser  Berge  ist  das  Gegenstück  zu  dem  Thale  von  Gavarui  in
den  Pyrenäen.  Ein  Cirkns  von  senkrechten  Kalkwänden,  ein  Wasserfall,  hohe  Spitzen
von  7.000  bis  9.000  Fuß  Höhe,  welche  selten  ganz  von  Schnee  entblößt  sind,  endlich
            
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