ihre Mittelpunkte hatte, ist heute im Abblühen be-
griffen, wird aber vielleicht in zwölfter Stunde wieder
£ Aufschwung gebracht werden können, wenn man
V °Die ht Entwicklungsgeschichte der dalmatinischen
Spitzenarbeiten gehört zu den bisher am wemgsten
erfreulichen oder trotzdem oder eben deshalb zu
den umstrittensten Gebieten der Spitzengeschichte
überhaupt, Im allgemeinen kann man sagen, daß
die Spitze sich auf zwei verschiedenen Grundlagen
entwickelt hat, einerseits aus den durchbrochenen
Säumen, anderseits aus den geflochtenen Fransen.
In der späten Antike und im Mittelalter waren beide
Formen hauptsächlich bunt; beide Arten haben sich
in der bunten Form vielfach gerade auch in den
mehr östlichen Ländern sehr weit entwiekelt; so
stellen die Smyrna-Arbeiten zum Teil das Äußerste
dar, was wir an naturalistischer, plastischer und
farbiger Näharbeit kennen. «
Die Ausbildung der Spitze, zu dem, was sie heute
ist, d. h. einer hauptsächlich mit der Form, nicht
mit Farbe wirkenden Textilarbeit, gehört aber wohl
erst der italienischen Renaissance an, obgleich nicht
geleugnet werden soll, daß, wie bei der g aia
Renaissancebewegung, auf ehemals byzantinische
Boden überall Vorstufen zu bemerken sind. Es wird
dies auch auf den griechischen Inseln und m Ua
matien, was die Durchbruche und freien Enden der
Leinenarbeit betrifft, der Fall gewesen sein; doch
dürfen wir diese Vorstufen wohl “cht mit der
späteren hohen Ausbildung auf eine Stufe stellen.
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