MAK
199 „Lampenwickler“ an der Arbeit. - Neugablonzer Industrie- und Schmuckmu 
seum e.V., Kaufbeuren-Neugablonz 
199 “Lamp winder” at work. - Neugablonz Industry and Jewelry Museum e.V., 
Kaufbeuren-Neugablonz 
„Wachsperlen“ sind nichts anderes als Hohlperlen, deren Perlenschimmer durch 
Einbringen von „Perlenmaterie“ („Perlenessenz“) erzielt wurde. Die hauchdünne 
Hohglasperle wurde mit einer Wachsfüllung gefestigt, die durch Zinnober oder ein gelbes 
Pigment (z. B. Curcume) einen rötlichen oder gelblichen Schimmer erhielt (Keeß 2/1823, 
S. 902). „Ordinäre, mittlere und feine Sorten“ wurden in Schnüren angeboten, wobei die 
Schnur der kleinsten Perlen 100 bis 150 Stück, der mittleren Perlen 50, der großen 30-50 
Stück faßte. Die Fabrikation der künstlichen Perlen soll 1787 in Wien durch eingewanderte 
Franzosen eingeführt worden sein. Die Wiener „Kunstperlenerzeuger“ Joh. Keimei, Anton 
Schwefel, Ant. Birgmayer u. a. waren wegen ihrer „sehr vorzüglichen“ Waren bekannt. 
1822 kostete ein Dutzend Schnüre ordinärer Wiener Glaswachsperlen (in 2 Sorten) 1 Vz bis 
2 fl., die mittelfeine Ware 5 bis 7 fl., die feine Ware 20 bis 24 fl. (Keeß 2/1823, S. 905). 
Einen Höhepunkt erlebte die Gablonzer Hohlglasperle zweifellos in der Biedermeierzeit; in 
der Sammlung des Technischen Museums Wien befinden sich die schönsten Perlen und 
Perlenketten jener Periode (Abb. 232-243, S. 278-286). Formen-, Färb- und Dekor 
reichtum waren unerschöpflich: 
„Die meisten Perlen werden rund gemacht, doch hat man auch zusammengedrückte, ovale, cy- 
"lindrische, mandelförmige, eckige, schneckenförmig gewundene u. s. w. Die sogenannten Kropf 
perlen erhalten kleine Auswüchse, um den natürlichen um so mehr zu gleichen;..." (Leng 1835, 
S. 501). 
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