MAK

Volltext: Meißener Marken: Original, Imitation, Verfälschung, Fälschung

blemen: „Die Königliche Porzellanmanufaktur in Meißen erzielte den gleichen Absatz wie im 
Vorjahre. Sie beharrte bei ihrem alten Grundsätze, nur gediegene künstlerische oder kunst 
gewerbliche Arbeiten von eigenartigem Gepräge zu bieten, war aber wegen der dadurch be 
dingten verhältnismäßig hohen Preis nach wie vor auf einen ziemlich engen Kundenkreis an 
gewiesen. Durch schlecht ausgeführte Nachahmungen wird außerdem die Lust und Freude 
auch an den echten Stücken verdorben. So hat z. B. das altberühmte Zwiebelmuster in den 
feineren Gesellschaftskreisen alles Ansehen eingebüßt, seitdem von deutschen und engli 
schen Fabriken Porzellan und Steingut mit diesem Muster in großen Massen auf den Markt 
geworfen wurde 
Die sogenannten „verwechslungsfähigen fremden Typen” können aus gekreuzten Linien, 
Schwertern mit bestimmten Buchstaben, gekreuzten Gabeln, gekreuzten Fahnen, Buchsta 
ben usw. bestehen. 
Vor Berling (1911, S. 154) und Doenges (1907, S. 206) warnte bereits die Manufaktur Mei 
ßen selbst vor solchen Marken (Firmenschrift Königlich Sächsische Porzellan-Manufactur, 
Meißen 1896): 
„Man berücksichtige die Aehnlichkeit der fremden Waarenzeichen mit dem Meissner Zei 
chen und beachte die genaue Ausführung!“ Es schien sogar notwendig, diese Warnung in 
der mehrsprachigen Firmenschrift auch in Französisch und Englisch vorzubringen: „Faire 
attention ä la ressemblance des marques etrangeres ä celle des marques de Meissen, et ex- 
aminer l’execution exacte“ bzw. „Pay attention to the resemblance of the foreign trade- 
marks with the Meissen marks and examine the exact execution“. 
In dieser Firmenschrift werden deutsche und französische Marken abgebildet, die von fol 
genden Firmen stammen: Brenner & Liebman (Schney bei Lichtenfels), P. Donath (Tiefen- 
furt), Dornheim, Koch & Fischer (Gräfenroda), Greiner & Sohn (Rauenstein), Schmidt (Frei 
waldau), Kästner (Oberhohndorf), Schaller & Co. (Schwarzenberg), Gebr. Schönau (Hütten 
steinach), Thieme (Potschappel bei Dresden), Volkstedter Porzellan-Fabrik Eckert & Co. 
(Volkstedt), Hirsch (Dresden) sowie die französischen Marken von Rub-Leprince (Paris), 
Bourdois & Bloch (Paris), Desjardins (Choisy-Ie-Roi bei Paris), Sluizer (Fontainebleau bei 
Paris). Alle diese Marken sind mit exakten Hinweisen auch in der vorliegenden Markenüber 
sicht zu finden. 
Abb. 84. Kennzeichnung der Doppelhenkelschale 
Abb. 86, vermutlich Limbach: unterglasurblaue Marke 
aus zwei einander kreuzenden L mit Stern (H 17 mm), 
eingepreßt oder geritzt: AB. - Österreichisches Mu 
seum für angewandte Kunst, Inv. Ke 1098 
Abb. 85. Kennzeichnung der Doppelhenkelschale 
Abb. 87, vermutlich Limbach: unterglasurblaue Marke 
aus zwei einander kreuzenden L mit Stern (H 18 mm). 
- Österreichisches Museum für angewandte Kunst, 
Inv. Ke 1097 
127
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.