Abb. 139. Teller mit Zwiebelmuster, Meißen, modern, unterglasurblaue Schwertermarke zweimal durchschliffen (II.
Wahl, s. Abb. 83), in Unterglasurblau: 57 und kurzer Strich neben dem Standring, eingestempelte undeutliche Zei
chen; D 20,1 cm. - Wiener Privatbesitz
ließ bei seinem Tode 1723 neben einigen verhältnismäßig gut gelungenen Stücken mit Blau
malerei auch ein Rezept, das schließlich J. G. Höroldt zu weiteren Verbesserungen benutz
te. 1739 wurde dann unter Höroldts Leitung, wahrscheinlich von Kretzschmar, das erste
Zwiebelmuster in Meißen gemalt.
Das Muster selbst ist nach chinesischen Motiven entwickelt worden. Die knollenartigen Ge
bilde am Rande, vor allem von Tellern, stellen in dekorativer Form chinesische Pfirsiche dar.
Sie wurden in Europa fälschlicherweise als Zwiebeln gedeutet, worauf die originelle Na
mensbildung beruht.“