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Full text: Meißener Marken: Original, Imitation, Verfälschung, Fälschung

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Abb. 140. Teller mit Zwiebelmusterdekor und Marke 
auf der Vorderseite, Reproduktion aus einer Broschü 
re „Information“ der Manufaktur Meißen, 1964, S. 7 
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Abb. 141. Teller mt Zwiebelmusterdekor, Meißener 
Porzellan, nach 1886, Kennzeichnung: unterglasur 
blaue Schwertermarke, weiters in Unterglasurblau: 
46.., eingestempelt: 1 94; D 23,3 cm. - Wiener Privat 
besitz 
Danckert (1978 4 , S. 528) und Jedding (1979, S. 167) vermerkten, daß diese Kennzeichnung 
des Meißener Zwiebelmusters mit der Schwertermarke im Stamm des Bambus erst 1893 in 
Meißen eingeführt wurde. Bei Jedding lesen wir außerdem (Jedding 1979, S. 167), daß die 
Meißener Manufaktur das Zwiebelmuster in Lizenz an eine andere Fabrik vergeben hätte: 
,,1893 erteilte die Königliche Porzellan-Manufaktur in Meißen der Meißener Porzellan-Fabrik 
Ernst Teichert GmbPI die Lizenz, ebenfalls Geschirr mit Zwiebelmuster herzustellen. Nach 
dem die Firma Teichert ihre Porzellanproduktion 1912 eingestellt hatte, wurde das Zwiebel 
muster von der Porzellanfabrik Lorenz Plutschreuther in Selb und der Porzellanfabrik in Kö 
nitz (Thüringen) verwendet. Es kommt auch auf tschechischem und japanischem Porzellan 
vor.“ 
Die Informationsschrift Meißens aus dem Jahre 1963 setzt hingegen die Verwendung der 
Schwertermarke im Zwiebelmusterdekor dezidiert bereits 1886 an. Aus den zeitgenössi 
schen Adreßbüchern entnehmen wir auch, daß die 1884 gegründete Firma Ernst Teichert 
zumindest schon 1887 den Zwiebelmusterdekor in ihrem Programm führte, sodaß eine Li 
zenzvergabe durch Meißen 1893 unlogisch erscheint: 
„Fabrikat: Gebrauchsgeschirre u. Luxusartikel, als: Kaffee-, Thee-, Speise- und Waschser 
vice etc., Service mit Blaumalerei unter Glasur (Zwiebelmuster), ferner Vasen, Leuchter, 
Bonbonieren, Nippsachen etc., in Meissener, Dresdener u. Wiener Malerei . . .“ (Adreßbuch 
1887, S. 154). . 
Geschirr mit Zwiebelmusterdekor war damit aber keinesfalls auf die Firma Ernst Teichert/ 
Meißen oder Flutschenreuther/Selb beschränkt. Das eben zitierte keramische Adreßbuch 
von 1887 nennt noch folgende keramische Fabriken, die diesen vermutlich damals schon 
sehr beliebten Dekor im Programm hatten: 
die Königlische Porzellan-Manufaktur Berlin (Adreßbuch 1887, S. 66), die „Meissener Ofen- 
und Porzellanfabrik, vorm. C. Teichert“ in Meißen (Adreßbuch 1887, S. 84: „Specialität: Por 
zellangeschirr mit Meissener Zwiebelmuster“), die „Meissener Ofen- und Porzellanfabrik, 
vorm. C. Teichert, Filiale in Eichwald“ (Adreßbuch 1887, S. 86: „Spec.: Meiss. Zwiebelmu 
ster, einfach u. reich decorirt“), L. Schleich in Buschbad bei Meissen (Adreßbuch 1887, S. 
186
	        
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