wurde in Bitterfeld eine Plattenfabrik erworben, um sie für diese Fabrikation nutzbar zu ma
chen“. Die Erwerbung der Bitterfelder Fabrik fand noch 1918 statt; die Investition war offen
bar erfolgreich, da kurz darauf gemeldet wurde: ,,Der Umsatz konnte mit Hilfe des Bitterfel
der Werkes, das seit 1. 10. 19 wieder in Betrieb ist, gesteigert werden“ (Sprechsaal 1920
S. 291).
Im Jahre 1921 erwarb das Unternehmen das vormals Hedersche Ofengrundstück in Meißen
(Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften 1943, S. 1881).
Im Jahre 1923 erfolgte der Erwerb sämtlicher Anteile der Porzellan-, Ofen- und Wandplat
tenfabrik Ernst Teichert GmbH (Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften 1943, S.
1881), „deren Fabrikanlagen eine bedeutende Erweiterung der Fabrikation ermöglichen“
(Sprechsaal 1924, S. 198). Wenig später genehmigte der Aufsichtsrat „den Ankauf der in
Meißen gelegenen Porzellanfabrik Stockhardt & Schmidt-Eckert“ (Sprechsaal 1925, S
892). Für das Geschäftsjahr 1925 läßt der Sprechsaal (1926, S. 32) auf bestimmten Gebie
ten einen gewissen Rückgang anklingen: „Im abgelaufenen Jahre war der Absatz im Inland
in den ersten drei Vierteljahren in allen drei Zweigen (Oefen, Porzellan, Wandplatten) gut. Im
letzten Vierteljahr ließ die Fliesen- und Porzellanbranche nach“.
Im Jahr 1929 kam es zum Erwerb „der bis auf wenige tausend Mark der Verwaltung zum An
kauf verfügbaren Geschäftsanteile der Cölln-Meißner Ofenfabrik Saxonia G.m.b.H. Meißen“
(Sprechsaal 1929, S. 46). Trotz dieses Ankaufs zeichnete sich in den folgenden Jahren vor
allem auf dem Sektor der Porzellanerzeugung eine gewisse Krisensituation ab:
„Zur Zeit ist das Geschäft in Porzellan schlecht, in Wandplatten und Oefen noch befriedi
gend (Sprechsaal 1929, S. 251). Im selben Jahr (1929) wurde die Porzellanproduktion ge
stoppt. „Wie die Firma mitteilt, sah sie sich infolge der hohen Löhne sowie der starken
tschechoslowakischen und japanischen Konkurrenz gezwungen, ihre Porzellanfabrikation
stillzulegen“ (Sprechsaal 1929, S. 745).
Der Vorstandsbericht für das Geschäftsjahr 1929 (Sprechsaal 1930, S. 294) geht noch de
taillierter auf die angespannte Situation ein: So „hatte der Umsatz am Anfang des Geschäfts
jahres einen erheblichen Ausfall zu verzeichnen, der auch später nicht mehr eingeholt wer
den konnte. Weiterhin wird auf die Ueberproduktion im Inland und auf die Konkurrenz des
Auslandes, insbesondere der Tschechoslowakei hingewiesen. Dazu habe noch die Lohn
kurve steigende Tendenz gezeigt. Unter diesen Umständen konnte in der Ofenabteilung
kein Gewinn erzielt werden. Unter den gleichen Verhältnissen litt die verlustbringende Por
zellanabteilung, weshalb deren Betrieb stillgelegt und das Werk veräußert werden sollte ...“
In den dreißiger Jahren meldete die Firma drei Marken an, die sich alle auf die Ofen- bzw.
Kachelproduktion bezogen: 1931 die Wortmarke TEICHERT OFEN, 1934 die Wortmarken
„Teichert“ und „Teichert-Kacheln“.
Ob die 1924 angemeldete und eingetragene Marke von Stockhardt & Schmidt-Eckert später
auch von der Meißener Ofen- und Porzellanfabrik verwendet wurde, nachdem diese das vor
genannte Unternehmen erworben hatte, ist mir nicht bekannt.
Nebenbei sei erwähnt, daß die Cölln-Meißener Ofenfabrik Saxonia (gegr. 1880), die 1929
von der Meißener Ofen- und Porzellanfabrik vorm. C. Teichert angekauft wurde, ihrerseits
schon zwei Meißener Unternehmen übernommen hatte: im Jahre 1900 die Firma Chr. Sei
del & Sohn, Meißen (gegr. 1863) und 1904 die Zweigniederlassung Meißen der „Fabrik feu
erfester Produkte vorm. J. Hoffmann & Co.“
Per 1. März 1931 wurde die Wandplattenfabrik in Bitterfeld stillgelegt und der gesamten Be
legschaft gekündigt (Sprechsaal 1931, S. 198). Der Geschäftsbericht für 1931 meldet auch
die Stillegung der Tochtergesellschaft „Meißner Wandplattenwerke Saxonia, G.m.b.H.“
(Sprechsaal 1932, S. 503) und bemerkt noch: „die Zollschranken im Ausland verhinderten
fast völlig den weiteren Export“. Im Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften (1943, S.
1881) wird diese Stillegung mit Anfang November 1931 präzisiert.
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