MAK

Volltext: Meißener Marken: Original, Imitation, Verfälschung, Fälschung

Objekte mit dieser Bezeichnung befanden sich in der Sammlung Franks im Bethnal Green 
Museum (Franks 1896, PI. II, Fig. 11,12) und in der Sammlung Lanna, Prag (Leisching 1909, 
S. 75, Nr. 1269: eine Teekanne mit Schwertermarke, bez. B.P.T., Dresden 17.39.) sowie 
auch in der Sammlung Grollier, ehern. Sammlung Schweingel (Grollier 1914, S. 121). 
Besonders wichtig sind die Marken der ersten Gruppe (vor allem das K.P.M. und K.P.F.). Um 
Mißbrauch mit weißem Meißener Porzellan, das später außerhalb der Manufaktur bemalt 
wurde, zu verhindern, wurde der Gebrauch einer Fabriksmarke für Meißener Porzellan zur 
dringlichen Notwendigkeit. 
Aus einem kurzen, aber sehr aufschlußreichen Beitrag von Richard Seyffarth in den „Mittei 
lungsblättern der Keramikfreunde der Schweiz“ (Nr. 50/1960, S. 71-74) erfahren wir, daß 
FHöroldt im Plerbst 1722 der Manufaktur-Kommission mitteilte, daß er „The-Krügel und Zuk- 
kerdosen mit M P M gemarkt habe. Daraufhin wird er am 8. November 1722 dahingehend in 
struiert, von nun ab mit K P F zu marken! Steinbrück aber macht am gleichen Tag den Vor 
schlag, jedes Stück, das zum Verkauf bestimmt sei, mit den Kurschwertern zu markieren“ 
(Seyffarth 1960, S. 72). 
Über die K.P.M.-Marke berichtet eine zeitgenössische Verlautbarung vom 7. 4. 1723 in der 
Leipziger Postzeitung, die besagt, daß von jedem Service zwei Stücke (Teekanne und Zuk- 
kerdose) mit K.P.M. unter der Glasur zu bezeichnen seien. Diese Vorschrift dürfte, zumin 
dest über eine gewisse Zeit, befolgt worden sein. Hofmann (1908, S. 8-9) nennt unter Kata 
lognummer 42 ein zehnteiliges Teeservice, von dem Teekanne und Zuckerdose die 
Schwertermarke und K.P.M. in Unterglasurblau tragen. 
Auf der Deutschen Kunst-Ausstellung Dresden (der Teil „Alt-Meissener Porzellan“ in der 
Bearbeitung von Beding) wurden 1899 Teile eines Frühstücksservices gezeigt, wobei wie 
der die Zuckerdose mit K.P.M. gemarkt war (Kat. Nr. 34, S. 78). 
Im Folgenden sei (nach Berling 1900, S. 175) jene Verlautbarung vom 7. 4. 1723 aus der 
Leipziger Postzeitung zitiert, die nach Walcha (1973, S. 497) am 7. 8.1723 auch in Prag ver 
öffentlicht wurde: 
„Leipziger Post-Zeitungen. III Stück der XIV Woche, den 7 April, 1723. 
Nachdem zeithero einige Personen in Dressden und anderer Orten Chur-Sächss. Lande 
sich gefunden, welche absonderlich weisse Porcellain-Serviges aus der Königl. Niederlage 
gekaufft, oder durch andere kauften lassen, solche bemahlet, mit Golde lacquiret, und her 
nach damit in Dressden und der Gegend, auch im Töplitzer Bade und sonsten hin und wie 
der hausiren gegangen, und ob wohl diese ihre auf gedachtes Porcellain gebrachte Vergol 
dung, Mahlerey und Zierrathen, wie sonderlich an denen differenten Farben, dass selbige 
nicht in die Glasur eingegangen, sondern nur erhoben darüber getragen sind, so fort wahr 
zunehmen, mithin diese nachgemahlte Arbeit weder von der gehörigen Feine, noch Bestän 
digkeit, sondern so beschaffen ist, dass solche derjenigen, so in der Königl. Manufactur mit 
guten Feuer-festen Farben emailliret, vergoldet, und nach besonders guten Zeichnungen 
und Desseins ausgearbeitet, keineswegs zu vergleichen, sie dennoch ihr schlechtes und 
verfälschtes Guth vor rechtes zu debitiren, auch unter allerhand nichtigen und unwahren 
Vorgeben, unter andern, als ob solche ihre Waare aus der Königl. Manufactur herkäme, oder 
gar sie darbey engagiret und Teilhaber wären, zum Nachtheil und Miss-Credit sothaner Kö 
nigl. Manufactur, die Käuffer an sich zu ziehen, und selbige zu ihrem Schaden fälschlich zu 
hintergehen sich unterstanden. So hat man zur Verhütung dessen vors künfftige nöthig be 
funden, von jedem Servige, so in der Königl. Fabrique obgedachter massen gemahlet und 
embelliret worden, zwey Stücke, nehmlich das Thee-Krügel und die Zucker-Dose auswen 
dig am unteren Boden mit dem Buchstaben K.P.M. oder Königl. Porcelain-Manufactur zu be 
zeichnen, und zwar mit blauer, unter der Glasur dergestalt angebrachter, und zugleich mit 
selbiger eingebrannter Farbe, dass selbige zwar wohl zu sehen, aber nicht zu fühlen ist, wel 
ches sonsten nirgends praestiret werden kan, immassen, wenn auch jemand diese Buchsta 
ben mit blauen Schmeltz nachmachen, und auswendig auf die Glasur tragen wolte, man 
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