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Volltext: Meißener Marken: Original, Imitation, Verfälschung, Fälschung

solche leichtlich fühlen würde. Die auf erwehnte Art gezeichneten Services nun werden al 
leine bey der Königl. Manufactur verfertiget, und können von obbemeldten Leuten und Her 
umträgern, auch sonsten von niemanden also nicht gezeichnet werden; und ist mehr be 
rührte Niederlage, welcher der dazu verpflichtete Factor, Samuel Chladni, vorstehet, zur Zeit 
in Dressden auf der Pirnischen Gasse, neben dem Post-Hause in des Herrn Vice-Cantzler 
Ritters Hause anzutreffen, allwo dergleichen embellirte, nebst allen andern Sächss. Porce- 
lain-Waaren, das gantze Jahr hindurch in einem offenen Gewölbe zu haben sind; darneben 
werden selbige auch in den drey gesetzten Mess-Zeiten zu Leipzig, und zwar in Auerbachs 
Hof daselbst von gedachtem Factor Chladni ebenfalls verkaufft. Sollte auch ausser dem nur 
bemeldten emaillirten Porcelain jemand mit bunt laquirten oder roth geschliffenen also 
genannten braunen Porcelain gedienet seyn, hat selbiger nur an bemeldten Orten in 
Dressden, und zur Messzeit in Leipzig sich deswegen zu melden. Welches also hierdurch, 
auf besondern Befehl, zu jedermans Wissenschaft nachrichtlich hinterbracht wird.“ 
J. G. Th. Graesse gab sowohl in seiner Publikation ,,Beiträge zur Geschichte der Gefässbild- 
nerei, Porzellanfabrication, Töpfer- und Glasmacherkunst. . die bereits 1853 in Dresden 
erschien, als auch in seinem Werk ,,Beschreibender Catalog der k. Porzellan- und Gefäss- 
Sammlung zu Dresden“, 20 Jahre später publiziert, als Grund für die Einführung einer Fa 
briksmarke an (1853, S. 35-36; 1873,, S. 69): ein Arbeiter der Dresdner Glasfabrik habe im 
Jahre 1712 Teeservice aus einer Art Milchglas unter dem Namen ,,Dresdner Porzellan“ in 
den Handel gebracht. Hinsichtlich der Einführung der Meißener Schwertermarke wiederum 
berief sich Graesse auf Steinbrück, dessen Ansicht es war, man könne das K P M auch als 
“Köhler’sche Porzellan-Manufactur“ lesen, und daher seien die unverwechselbaren Meiße 
ner Schwerter notwendig geworden. 
Die Datierung der und K.P.M.- Marken in das Jahr 1712 durch Graesse (1873, S. 
69) ist sicher nicht stichhältig, da die Verlautbarung aus der Leipziger Postzeitung einen fe 
sten Anhaltspunkt gibt. In späteren Auflagen des Graesse’schen Markenbuches wird diese 
frühe Datierung auch korrigiert. Berling (1900, S. 156) datiert die K.P.M.-Marke von ,,1723 
bis höchstens 1730“, Rückert (1966, S. 38) die M.P.M.-Marke „seit Herbst 1722“, die 
K. P.F.-Marke ab November 1722. Von der 1723 in der Leipziger Postzeitung angekundigten 
K P M.-Marke meint er, daß sie möglicherweise „schon wieder 1724 verschwand“. Walcha 
(1973, S. 497) ist der Ansicht, die K.P.M.-, K.P.F.- und M.P.F.-Marken seien „frühestens seit 
der Mitte des Jahres 1722“ verwendet worden. 
Die K.P.M.-Marke ist allein, sehr häufig aber in Kombination mit der Schwertermarke zu fin 
den. 
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