Vorwort.
VII
aus Druckwerken und eine grosse Zahl wirklicher Unica, d. h. hier
Originalzeichnungen, und zwar: aus den Sammlungen der aufgehobenen
Porzellan-Manufactur in Wien 700 Skizzen für Decoration von Gefässen;
ferner 447 Blumenstudien von Wegmayr, Wagner und Knapp und die
erst im laufenden Jahre durch Vermächtniss der Blumenmalerin Fräulein
v. Ku d r i a f f sky der Bibliothek zugekommenen 55o Blätter; 110 Skizzen
und Studienblätter von Van der Null, erworben im Jahre 1873, und
desgleichen 600 Zeichnungen und Studien aus dem Nachlasse des 1881
verstorbenen Professors an der Kunstgewerbeschule Ferd. Laufberger;
schliesslich i36o Zeichnungen verschiedener Künstler, zumeist Aufnahmen
von Kunstobjecten, welche leihweise dem Museum zur Ausstellung
überlassen waren und deren Copierung von den Besitzern
gestattet wurde.
All diese Schätze an Büchern und Einzelblättern wurden fast durchgehends
von dem Budget der Bibliothek angeschafft, und zwar ist die Entscheidung
über die Ankäufe, wie in den Sammlungen, so auch hier Sache
der Directiori. Nur in ganz vereinzelten Fällen gewährte die Regierung
einen besonderen Credit. So wurde gleich nach Gründung der Anstalt die
oben erwähnte Drugulin’sche Sammlung en bloc von dem Unterrichtsministerium
gekauft, den Ankauf einer werthvollen Suite von Ornamentstichen
ermöglichte das Handelsministerium 1875, und zur Betheiligung
an der Enzen berg’schen Auction im Jahre 1879, sowie zur Erwerbung
eines grossen Theiles von Laufberger’s Nachlass wurden der Direction
auch wieder vom Unterrichtsministerium bedeutende Beträge zugewiesen,
welche gelegentlich der Laufberger-Auction durch Zuschüsse von Sr. kais.
Hoheit Erzherzog Rainer und von einem privaten Kunstfreunde noch
eine ausgiebige Bereicherung erfuhren. Von Donatoren an die Bibliothek
sind vor allen Se. Majestät der Kaiser und die Mitglieder des
Allerhöchsten Kaiserhauses, besonders Se. kais. Hoheit Erzherzog
Rainer als Protector des Museums, die H o fä m t er, das hohe k. k. Un terrichtsministerium
und Handelsministerium namhaft zu machen.
Neben dem Director des Museums, Hofrath Professor Dr. R. v. Eitelberger,
muss dann noch Se. Durchlaucht Fürst Johann von und zu
Liechtenstein genannt werden, von welchem die Bibliothek bereits
eine stattliche Anzahl zum Theile sehr kostbarer Werke als Geschenk
erhielt. Auch alle anderen Geschenke;, wie beispielsweise jene der verwandten
Anstalten in Berlin, Breslau, Leipzig, London, Nürnberg, und
die im Tauschwege von literarischen und Kunstvereinen erhaltenen
Druckwerke sind in dem Inventar der Bibliothek namentlich verzeichnet;
aus letzter Zeit verdient hier noch die Widmung des k. k. Baurathes,
Herrn P. Wasserburger aus Anlass der silbernen Hochzeit Ihrer
Majestäten besonders hervorgehoben zu werden, nämlich das complete