Diese Repräsentationsbauten sind von einer 5 m breiten und 10 m
hohen geschnittenen Buchenwand umsäumt, hinter welcher sich die Ateliers
(Schulen und Specialschulen etc.) befinden.
Diese Umsäumung erweitert sich hinter der Aula zu einem Platze,
welcher grosse Plastiken, Baufragmente etc. aufnehmen kann und der
gleichzeitig als Aufstellungsplatz für Wagen dient.
Lage, Belichtung, Ausgestaltung und leichte Auffindbarkeit der Ateliers
etc., ihre ungleiche, nur dem Zwecke entsprechende Form, endlich die oben
angeführten Gründe machen ein Verzichtleisten auf jede malerische Gruppi-
rung derselben zur Bedingung.
Der Complex, auf welchem sich der Neubau der Akademie erheben
soll, wird von vier Strassen begrenzt. Diese Strassen wurden regulirt und er
weitert, und zwar die vorne und rückwärts gelegene auf 25m, die seitlichen
auf 15 m.
Der Mittelbau ist 58 m von der Strasse entfernt und bildet mit den
beiden 230 m abstehenden Flügelbauten den schon erwähnten 13.340 m 2
grossen Ehrenhof.
Die ganze Bauarea wird von einer Einfriedung umschlossen, welche
aus einem Eisengitter mit Pfeilern und dahinterstehender, r8o m hoher,
075 m breiter Ahornhecke (acer monspessulanum) besteht.
Diese Einfriedung hat fünf Thore, von denen die zwei rückwärtigen
als selten zu öffnende Durchfahrtsthore (Zufuhr von Steinen, Gips, Kohle,
Holz etc.) dienen, während die drei an der Hauptfront gelegenen als
eigentliche Eingänge zu gelten hätten. Von diesen Thoren wäre das
mittlere Ehrenthor nur bei Repräsentationsanlässen, das rechtsseitige nur
erforderlichenfalls (Durchfahrt schwerer Wagen) zu öffnen, während das
linksseitige, neben der Haltestelle der Stadtbahn gelegene, ein ständig
offenes, mit Controle versehenes Thor wäre. An diesem Thore befindet
sich eine geräumige heizbare Portiersloge und damit in Verbindung ein
zierlicher leichter Bau, die Räume für Affichen (Schwarzes Brett), den
„Bummel” der Akademiker und eine Fahrradremise enthaltend.
Durch das Ehrenthor gelangt man auf den erwähnten Vorplatz und
hat der Eintretende von hier den besten Standpunkt (zweimal die Kuppel
höhe) zum Betrachten der Bauanlage. Einige Stufen führen auf ein Pla
teau, eine weitere Anzahl in die Unterfahrt, endlich zum Hauptthore der
Ehrenhalle. Umsäumt wird dieses Plateau von zwei Rampen, welche mit
einer Steigung von 4 Percent wieder die Unterfahrt (i'öß m Terrainhöhe)
erreichen lassen.
Der Mittelbau, die Ehrenhalle, hat zum Theile zu Repräsentations
zwecken, zum Theile als Vorhalle der Aula zu dienen. Seine äussere und
innere Ausschmückung ist daher eine reichere; er ist als ein quadratischer
Bau auf vier durch Bogen verbundene Pfeiler projectirt. Die structive
Nothwendigkeit der Pfeilerverstärkung ist durch Vorlagen gekennzeichnet.
Diese Vorlagen lösen sich in ein Blumenornament auf, das ewig neu er-
spriessende Schöne in der Kunst symbolisirend.
Zwei Pylonen mit Emblemen, auf Wahrheit und Dichtung weisend,
zwischen welchen Alles, was Kunst ist, liegen muss, flankiren den Haupt
eingang. Die vier Disciplinen, Architektur, Bildnerei, Malerei und Graphik,
krönen die Pfeiler und verbinden sich mit Figurengruppen, Lehrer und
Schüler darstellend, welche diesen Disciplinen zustreben, zu Eckakroterien.
Drei Tafeln ober den Fensterbögen, von Genien flankirt, künden dem
Beschauer den Zweck und die Herstellungszeit des Bauwerkes.
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