MAK

Full text: Einige Skizzen, Projekte und ausgeführte Bauwerke von Otto Wagner

sehen Errungenschaften zu 
bedienen, um dadurch 
große, überflüssige Bela 
stungen, Schub etc. aus 
dem Bauwerke zu elimi 
nieren. Dies ist durch die 
angewandten Konstruktio 
nen möglich geworden. 
Das Einholen von Preisen 
für Eisenbeton, Rabitz etc. 
für die Innenabdeckung 
des Raumes ließ die im Pro 
jekte durchgeführte Kon 
struktion als die beste, 
zweckmäßigste und öko 
nomischeste erscheinen. 
Sie besteht im wesentlichen 
aus einem aus T-Eisen ge 
bildeten Netze, in welchem 
Rabitzplatten eingesetzt 
und mit Drahtschlingen 
verbunden sind. DasEisen- 
netz hängt an der eigent 
lichen Dachkonstruktion, 
welche 100.520/erschwer, 
auf acht zu zwei gekuppel 
ten, je 1-85773 zu 1-85 777 
starken Pfeilern ruht. Diese 
Pfeilerpaare, aus Weißkalk 
und gewöhnlichen Mauer 
ziegeln hergestellt, sind 
trotz 64 Tonnen Wind 
druck nur mit i'8 kg per 
Quadratzentimeter bela 
stet. Diese Konstruktionsannahme macht das Bauwerk leicht und zier 
lich und ist hierdurch selbstredend der Verminderung der Baukosten 
weitgehendst Rechnung getragen. Die Verbindung der Pfeiler unter 
einander und ihre Verbindung mit den Mauern der kurzen Kreuzschiffe, 
endlich die anderen Begleitkonstruktionen erzielen eine Stabilität des Bau 
werkes in hohem Maße. 
Das zur Bauausführung zur Verwendung gelangende Material ist 
selbstredend das denkbar beste, und ist damit der von der Baukunst un- 
trennlichen Forderung „ewiger” Dauer nach Möglichkeit Rechnung ge 
tragen, sicher aber eine lange Reparaturfreiheit vorgesehen. 
Das Ausführungsmateriale der Außenflächen des Bauwerkes besteht 
im Sockel aus nur in den Fugen bearbeiteten Steinen, welche in unmittel 
barer Nähe der Baustelle gebrochen werden, im folgenden Unterbau sind 
Steine der gleichen Provenienz, bei welchen auch die Stirnflächen be 
arbeitet sind, verwendet. Die darüber liegenden Fassaden sind mit 2 cm 
starken Marmorplatten bekleidet, welche Platten durch 30 cm hohe, aber 
4 cm starke Riemenschichten gehalten sind. Die Befestigung letzterer ge 
schieht durch Kupferknöpfe, welche an in die Mauern eingelassene Eisen- 
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