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MAK

Full text : Einige Skizzen, Projekte und ausgeführte Bauwerke von Otto Wagner

dornen  angeschraubt  werden. ­
  Ähnlich  sind  die  Türme ­
  und  die  kleinen  Aufbauten ­
  durchgeführt.  Alle
Marmorplatten  sind  nur
vertikal  angewendet  und
die  Horizontalflächen  mit
Kupfer  oder  mit  einem  Eisen-Monier-Asphalt-Ziegel-

  abgedeckt.
Alle  Eisenteile  des  Bauwerkes, ­
  wie  Fenster,  Türen ­
  etc.,  sind  entweder  mit
Kupfer  verkleidet  oder  wie
die  am  Friese  vorkommenden ­
  Ornamente  mit  aus
galvanoplastisch  hergestellten ­
  Kupferformen  umhüllt. ­

Die  sichtbare  Abdekkung
  des  Bauwerkes  (Kuppel ­
  und  Tambur)  ist  aus
o-ymm  starken,  gestanzten
und  klein  geteilten,  gehämmerten ­
  Kupferplatten  angenommen, ­
  welche  gefalzt
werden  und  daher  beweglich ­
  bleiben.
Das  Gelände,  auf  welchem ­
  die  Kirche,  beziehungsweise ­
  die  Heilanstalt
errichtet  wird,  ist  zirka
loo  ha  groß.  Es  fällt  nach
Süden  mäßigab  und  ist,was
landschaftliche  Schönheit,  Lage,  Weltgegend,  Ausblick,  Wald  und  Bergbegrenzung ­
  anlangt,  als  das  denkbar  glücklichste  Zusammentreffen  von  Umständen, ­
  wie  sie  die  Anlage  einer  solchen  Anstalt  fordert,  zu  bezeichnen.
Auf  dem  höchsten  Punkte  des  Geländes  in  der  Hauptachse  der  Anlage
steht  die  Kirche,  der  also  in  künstlerischer  Beziehung  schon  in  erster
Linie  die  Aufgabe  zukommt,  in  bezug  auf  Fernwirkung  die  Dominante  der
Bauanlage  zu  bilden  und  dem  über  das  Häuserkonglomerat  streifenden
Auge  als  Ruhepunkt  zu  dienen.
Da  die  Dimensionierung  der  Kirche  keine  große  ist,  bleibt  eine  Verstärkung ­
  der  ästhetischen  Absicht,  die  Kirche  als  Hauptmittelpunkt  erscheinen
zu  lassen,  notwendig.  Dieser  Umstand  allein  weist  schon  deutlich  auf  eine
stark  überhöhte  Kuppelform  hin.  Hauptsächlich  konstruktive,  aber  sicher
auch  künstlerische  Gründe  sprechen  für  die  Annahme  der  Halbkugelform.
Als  den  schwerwiegendsten  der  letzteren  Art  möchte  ich  bezeichnen,  daß
jede  Kuppel,  besonders  wenn  sie,  wie  im  vorliegenden  Falle,  vergoldet  ist,
dem  Beschauer  von  jedem  beliebigen  Standpunkte  aus  einen  Glanzpunkt ­
  zeigt,  also  schon  durch  diesen  Licht-  und  Materialeffekt  zur  beabsichtigten ­
  Wirkung  beiträgt.

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