Die Türme sind von zwei in Kupfer getriebenen sitzenden Statuen
bekrönt; dieselben stellen die beiden Landespatrone St. Leopold und St. Se
verin dar.
Der Innendekor des Kirchenraumes ist durch die Konstruktionen und
die ausgesprochenen Zweckerfüllungen in den Hauptpartien fixiert. Der
untere Teil des Kirchenraumes, das Presbyterium und die Vorhallen wur
den 3 m hoch mit Marmor verkleidet angenommen, während die Wände
in gewelltem Weißputz hergestellt projektiert wurden und bei den Raum
decken die Konstruktionen zum Dekor herangezogen sind.
Die Farbe der Fenster ist zum größten Teile weiß durchscheinend, mit
wenigen verstreuten Farbenpunkten. Die Hauptfarbwirkung soll auf das
Presbyterium, respektive den Hochaltar konzentriert werden. Dieser ist
aus Marmor mit reicher vergoldeter Bronze gedacht und wird er, seiner
Bedeutung gemäß, mit dem Baldachin, dem dahinter liegenden großen
Bilde etc. den Konzentrationspunkt des Raumes bilden. Der in die
Kirche Eintretende muß durch diese Anordnungen die beabsichtigte künst
lerische Wirkung fühlen.
Das Tor und die Vorhallen dämpfen durch ihre Höhe und Lichtwir
kung absichtlich den sinnlichen Eindruck auf den Kirchenbesucher, um
ihm nach Durchschreiten dieser Schauvorbereitung den vollen Ein
druck der Raumwirkung zu bieten, welche Wirkung, wie oben erwähnt,
sich in Bälde auf den Hochaltar konzentrieren wird. Je schneller das
menschliche Auge zu diesem Punkte hingelenkt wird, je größer also die
befehlende künstlerische Impression ist, je richtiger erscheint die künst
lerische Lösung. Verstärkt wird in diesem Falle die Wirkung sicher noch
dadurch, daß die Farbe im Kirchenraume recht spärlich verwendet ist
und erst im Presbyterium zum ästhetischen Erfolge benützt ist, und zwar
gerade dort, wo sie sich mit dem Scheine der Kerzen, der Farbwirkung
von Teppichen, Blumen, Paramenten und der Wirkung des elektrischen
Lichtes vereint.
Die Lösung der Frage des zirka 75 m 2 großen Hochaltarbildes ist keine
leichte, und seien ihr deshalb einige Worte gewidmet.
Ein Ölbild ist schon der Leinwandgröße halber kaum denkbar, auch
würden Farbe, das eventuelle Spannen und Nachspannen oder Kaschieren
des Bildes meinen Intentionen absolut nicht entsprechen. Ähnliches muß
ich von der mir so unsympathischen, so viel Schwierigkeiten bietenden
unverläßlichen Freskotechnik behaupten. Solche Umstände und die gerin
gen zur Verfügung stehenden Mittel ließen mich eine Lösung suchen,
welche den Anforderungen der Monumentalität bei gediegener Ausfüh
rung und verläßlicher leichter Herstellbarkeit entspricht.
Da der Hauptdekor der Kirche weiß und gold ist, kann es sich selbst
redend nur um ein helles Bild handeln. Demgemäß wurde zur Ausfüh
rung des Bildes verschiedentliches Materiale verwendet. Köpfe und Hände
der Gestalten sind aus Mosaik oder wenig bombierten farbigen Tonplatten,
das Gewand aus weißen und farbigen, zum Teile polierten, zum Teile
rauhen Marmorplatten mit Glas und Bronze inkrustiert hergestellt, der
landschaftliche Teil aus Tonfliesen und die Glorie aus bombierten Gold
glasscheiben, welche in weißen polierten Stuck eingelassen sind, herge
stellt. Ähnlich, aber mit Rücksicht auf die kurze Sehdistanz reicher sind
die Bilder der Seitenaltäre angenommen.
Alle Bilder und Fenster sind zu einer gemeinschaftlichen Wirkung
vereint.
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