DIE KERAMIK DER WIENER WERKSTÄTTE
Wir können hinsichtlich der Keramik der Wiener Werkstätte drei Perioden unterschei
den:
1. Periode: 1903-1917
keine eigene keramische Produktion. Verkauf von zwei Gruppen von Keramiken:
A) Komissionsware: Keramiken, die außerhalb der Wiener Werkstätte nach fremden
Entwürfen entstanden.
B) Verkauf von Keramiken, die außerhalb der Wiener Werkstätte nach Entwürfen von
Mitarbeitern der Wiener Werkstätte entstanden.
2. Periode: 1917 - 1920
Beginn einer eigenen keramischen Produktion vermutlich im Jahre 1917; es ergeben
sich daher folgende Gruppierungen:
A) außerhalb der Wiener Werkstätte hergestellte Keramiken
a) nach fremden Entwürfen (s. 1 A)
b) nach eigenen Entwürfen (s. 1 B)
B) in der Wiener Werkstätte selbst entstandene Keramiken
a) vervielfältigte Keramik
b) Originalkeramik
3. Periode: 1920 -1931
von der Wiener Werkstätte selbst getroffene Unterteilung in drei Gruppen:
A) „Keramik“ = die von der Wiener Werkstätte selbst vervielfältigte Keramik
B) ”Keramik Extern“ (auch Ke-Keramik): die außerhalb der Wiener Werkstätte, aber
teilweise nach deren Entwürfen geschaffene Keramik
C) „Keramik Original“ (auch „Ko-Originale“, „Ko-Keramik“ oder „Originalkeramik“) =
vorwiegend in der Wiener Werkstätte selbst geschaffene Keramiken, die aller
Wahrscheinlichkeit nach immer Unikatcharakter hatten, da sie nur als Einzel
stücke hergestellt wurden; fallweise gibt es auch in diesem Bereich Kommis
sionsware
ad 1) 1903 - 1917
Zur Kommissionsware (1A) zählen die Arbeiten der „Wiener Keramik“ (1905 von Michael
Powolny und Berthold Löffler gegründet) ebenso wie jene von Eduard Klablena, Hugo F.
Kirsch, Julie Sitte, Ida Schwetz und anderen.
Zu den Keramiken, die zwar nicht in der Wiener Werkstätte ausgeführt, aber von deren
Künstlern entworfen wurden (1 B), zählen etwadie Entwürfe Josef Hoffmanns und Dago
bert Peches, die über Vermittlung der „Wiener Porzellan-Manufaktur Josef Böck“ (vor
allem bei Pfeiffer & Löwenstein in Schlackenwerth) oder durch die „Vereinigte Wiener
und Gmundner Keramik“, aber auch in böhmischen Fabriken (z.B. bei B. Bloch in Eich
wald) ausgeführt wurden.
ad 2) 1917 - 1920
Dem Nachlaß der Wiener Werkstätte im Österreichischen Museum können wir entneh
men, daß die eigene Keramikproduktion vermutlich im Jahre 1917 begann. Diese Kera
miken erhielten Nummern (mit 1 beginnend). Skizzen der ausgeführten Keramiken sind
in jenen Bänden aus dem Nachlaß der Wiener Werkstätte enthalten, die auch die Daten
der Ausführung und meist den Namen derKünstlerin oder des Künstlers enthalten. Alle
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