Und jedes Talent ist nur dann wahrhaftig und anerkannt,
wenn es in Paris bestätigt wurde. Die Ausstellung
gibt dafür ein lebendiges Beispiel, daß die
Maler seit einem halben Jahrhundert, ohne Rücksicht
auf Abstammung und Nationalität, sich in dem
riesigen Schmelztiegel, der Schule von Paris einen.
In dieser Pariser Schule formten sich die Meister:
der Holländer van Gogh, der Spanier Picasso, die
Italiener Modigliani und Chirico, der Bulgare Pascin,
die Russen Chagall und Soutine, der Rheinländer
Paul Ernst. Und sogar die japanische Kunst eines
Fugita schöpft aus den Quellen des Montparnasse.
Der französische Geschmack drückt allen von außen
kommenden Talenten seinen Stempel auf, so die Rechte
und den Vorrang des Geistes über Rasse und Nationalität
bestätigend, wie in den großen Zeiten, wo sich die
Künstler in Schulen zusammenfanden, einzig und allein
gewählt nach künstlerischer Verwandtschaft und Geschmack,
unabhängig von völkischer Herkunft.
Gewisse Bilder dieser Ausstellung werden vielleicht
noch manche, wenig mit der Art der Meister vertraute
Beschauer abstoßen. Trotzdem ist es notwendig, neben
den Berühmten und Anerkannten Beispiele der neuen
Richtung zu zeigen, mögen sie noch so sehr Gewohntem
widersprechen.
Es bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung, daß
die Wahl der Bilder und die Organisation der Ausstellung
nicht so ohne weiteres vor sich gingen. Und
nicht nur, um dem Herkömmlichen zu entsprechen, will
ich hier den Leser erinnern, was er den Gestaltern dieser
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