Das Erkenntnisstreben des französischen Geistes,
seinen feinen Geschmack, seine kühne Schöpferkraft,
seinen unbedingten Willen, die äußere Wirklichkeit
nachfühlend zu erfassen, sie aber gleichzeitig nach
Maß und Vernunft, im künstlerischen Werke zu gestalten:
das sind die Einsichten, die diese Ausstellung vermitteln
möchte. An einer solchen Erklärung unseres Wesens
ist uns gelegen. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß
wir uns als Nation höher dünkten als die anderen. Wir
haben auch nicht die Absicht, uns der Welt gewaltsam
aufzudrängen. Gleichwohl geben uns die Werke der
französischen Kunst das Gefühl des Stolzes, das uns
erlaubt, anderen Nationen Methoden und Denkformen
vor Augen zu führen, die uns von allgemeinem Wert
zu sein scheinen. Damit aber dürfen wir vor die Welt
treten als ein Volk von Humanität und Kultur, dessen
höchste Aufgabe der Dienst an der Menschheit ist.
Jean CASSOU,
Direktor des Nationalmuseums
für Moderne Kunst, Paris.
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