1903 übersiedelte er nach Paris. Picassos erste Sdiaffenszeit umfaßt
die Jahre 1901—1907.
Die Gesamtstimmung ist trüb, melancholisch, die Gestalten sind hager.
Einflüsse von Toulouse-Lautrec sind unverkennbar. Unter dem Einfluß
von Cezanne und der Negerkunst erfolgte um 1907 der Übergang
zur zweiten Sdiaffenszeit (1907—1917). Picasso verzichtete nunmehr
auf die Wiedergabe der zufälligen Erscheinungsformen der
Wirklichkeit und bemühte sich, lediglich deren kubischen Gehalt
herauszuarbeiten. („Die Arlesianerin“, 1913.) Damit wurde er zu
einem Hauptvertreter und bald zum Führer des Kubismus in der
französischen Malerei. Im Gegensatz zu den Bildern der zweiten
Schaffenszeit (Figuren, Stilleben), die von lyrischer Stimmung erfüllt
sind, haben Picassos neueste Schöpfungen plastisch-dramatischen
Gehalt. Gemälde Picassos befinden sich in den Museen in Barcelona,
Berlin, Hamburg, Oslo, Paris.
ROUAULT GEORGES
„La Danseuse“ (Die Tänzerin). — Point de Beauvais, Wolle 38
und Seide (2,30'X. 1,00).
1931 entworfen, 1934—1933 gewebt. 81 Stiebe pro cm 2 .
Unten rechts mit dem Monogramm gezeichnet.
Sammlung Madame C u 11 0 l i.
„Satan“. — Point de Beauvais, Wolle und Seide (1,00X0,90), 39
1933 gewebt, 81 Stiche pro cm 2 .
Sammlung Madame C u 11 ol i.
Geboren am 27. Mai 1871 in Paris (Belleville) während der Kommune;
stammt von einem bretonischen Vater, der Kunsttischler war,
und einer Pariserin, die ihn in einem Keller während der Bombardierung
zur Welt brachte.
Zunächst ist er Lehrling bei einem Glasmaler. Mit 18 Jahren tritt er
in die Ecole des Beaux-Arts ein, wo er j Jahre hindurch Schüler von
Gustave Moreau ist. Jedoch fällt er beim Wettbewerb um den Preis
von Rom durch. 1898 wird er Konservator des Musee Gustave
Moreau. — Freund von Leon Bloy und Huysmans, besucht er wie
diese das Kloster von Liguge im Poitou.
Er gibt die akademischen Themen auf und beginnt nächtliche Landshaften
zu malen; 1905 malt er Szenen aus Prostituierten-, Zirkusund
Jahrmarktstheatermilieus. Zum ersten Male stellt er 1910 bei
Druet aus. 1916 erhält er Aufträge von dem berühmten Kunsthändler
Ambroise Vollard, für den er bis zu dessen Tod arbeitet; so vollendet
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