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MAK

Full text : Joseph Binder

Bloomfield  Hills,  Michigan,  und  wurde  mit  Professor ­
  Sarinen,  dem  Architekt  des  Gebäudes,  bekannt ­
  gemacht.  Ebenso  besuchte  ich  Carl  Milles
in  seinem  Atelier.  Er  war  gerade  mit  der  Vollendung ­
  der  Skulptur  eines  Indianers  von  gigantischem ­
  Ausmaß,  aus  Glas  gegossen,  beschäftigt. ­
  Wie  Herr  Milles  erklärte,  wären  150  Jahre
nötig  gewesen,  wenn  die  Figur  in  einem  gegossen ­
  worden  wäre,  weswegen  sie  in  Teilen  gegossen ­
  wurde.  Auf  einem  Tisch  sah  ich  das
,,Neue  Wiener  Journal“.  Frau  Milles  war  eine
Grazerin.
In  der  Ägyptischen  Abteilung  des  Metropolitan
Museums  in  New  York  sah  ich  ein  keramisches
Fragment  eines  Kopfes,  dessen  Vitalität  die
Impression  einer  Lebendigkeit  schuf,  die  mich
tief  beeindruckte,  was  der  ungewöhnlich  goldige
Glanz  des  Materials  noch  verstärkte.  Ich  erwähnte ­
  dieses  Erlebnis  später  bei  einem  gesellschaftlichen ­
  Zusammentreffen,  alle  lachten:  „Ein
zerbrochenes  Stück  Keramik  gefiel  ihm  am
besten  im  Museum!“
Ich  begleitete  einen  Freund,  um  den  Maler
Gorki  in  seinem  Atelier  am  Union  Square  zu
besuchen.  Als  er  das  Plakat  ,,Bensdorp  Sport“
sah,  den  vorgestreckten  Körper  eines  Fußballspielers ­
  und  den  ausgestreckten  Arm:  ,,Aber  das
ist  ja  abstrakt,  eine  abstrakte  Zeichnung,  man
kann  fortsetzen!“  Er  sah  den  negativen  Raum.
Das  gleiche  Jahr  traf  ich  Valiy  Wieselthier  in
New  York.  Ich  erinnere  mich  ihrer  keramischen
Figuren  in  Lebensgröße,  mit  sehr  viel  Stilgefühl.
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Die  Bronze-Türen  der  Aufzüge  im  Squibb  Building, ­
  Fifth  Avenue,  wurden  von  ihr  für  den  Architekten ­
  llay  Jacques  Kahn  entworfen.
Das  Skizzieren  in  New  York  war  ungemein  anregend ­
  mit  den  Woikenkratzern  jegiicher  Farbe,
schwarz,  grün  und  sogar  rot.  Radio  City,  Rockefeliers
  große  Kreation,  könnte  man  das  „Monument ­
  der  Woikenkratzer-Periode“  nennen.
Auf  meiner  Rückreise  nach  Wien,  im  November
1933,  eriebte  ich  einen  der  ärgsten  Stürme  der
Schiffahrts-Geschichte.
In  Wien  angekommen  war  es  notwendig,  daß
ich  als  erstes  mein  Vortragsmaterial  und  dessen
Illustrationen  fertigsteiite,  so  lange  meine  Eindrücke ­
  von  Amerika  noch  lebendig  waren:
Objekte,  Stiiieben,  figürliche-  und  Bewegungsdarsteliungen,
  Schriftzeichnungen,  Impressionen, ­
  Stimmungen,  aiies  Aspekte,  welche  mein
Konzept  in  den  Lehrkursen  veranschauiichen
heifen  konnten.
The  Studio  Ltd.,  London,  beauftragte  mich,  ein
Buch  über  Farbe  in  der  Reklame  zu  schreiben
mit  Verwendung  von  vorhandenen  Piakatiliustrationen,
  wofür  ich  den  Titel  ,,Colour  in  Advertising“
  wählte,  mit  dem  Untertitel  ,,Harmony  of
Contrasts“.
Zurückblickend  war  es  offenbar  der  Farbkiang
meiner  Plakate,  welcher  die  Veraniassung  war,
mich  mit  dieser  Aufgabe  zu  betrauen.  Aus  der
Anregung  dieser  Aufgabe  verstärkte  sich  die
Erkenntnis  meines  schöpferischen  Impulses  „to
say  it  with  color“.
            
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