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MAK

Full text : Joseph Binder

Schwert  in  roter  Farbe  dar,  was,  wie  ich  später
erfuhr,  der  Grund  der  Abiehnung  war.
Frank  Lloyd  Wright  als  einer  der  Juroren  bestand ­
  darauf,  daß  es  in  der  Ausstellung  der
preisgekrönten  Plakate  gezeigt  wurde.
Meines  Wissens  nach  war  es  der  Initiative  des
Art  Directors  Club  von  Chicago  zu  verdanken,
daß  er  für  den  Austausch  von  Talenten  aus  anderen ­
  Ländern  sorgte,  wie  dies  auch  aus  dem
Bericht  von  November  1954  des  späteren  Präsidenten ­
  des  Art  Directors  Clubs,  Flerrn  John
Breunig,  hervorgeht:  „Wir  brachten  Bernhard
Villemont  aus  Frankreich,  um  bei  uns  einen  Kurs
über  moderne  Plakate  abzuhalten,  der  in  seiner
Bedeutung  den  Kursen,  welche  Binder  und
Kepes  hier  abgehalten  haben,  gleichkommt.“
In  Provincetown,  wo  wir  viele  Sommer  zubrachten, ­
  gab  es  viele  erheiternde  Gelegenheiten.
Flans  Hofmann  schüttelte  sich  vor  Lachen  und
sagte:  „Binder,  du  sollst  zum  Theater  gehen!“
Lucian  Bernhard  erzählte  mir  bei  seinem  Besuch ­
  in  meinem  Atelier,  daß  er  im  Ersten  Weltkrieg ­
  in  der  Zeppelin-Basis  gedient  habe  und
schilderte  die  nächtlichen  Attacken.  Von  der
Druckerei  Kiepenheuer  in  Leipzig  erhielt  er  später ­
  die  Nachricht,  daß  sein  Entwurf  für  eine
Banknote  mit  der  „Hindenburg“  angenommen
wurde.  ,,Mit  dieser  Banknote  werden  wir  siegen!“ ­
  auf  seinen  Entwurf  anspielend.  Niemand
konnte  eine  Pointe  so  humorvoll  bringen,  und
er  fügte  später  hinzu:  „Eigentlich  bin  ich  ein
Autodidakt.“

Das  interessierte  mich,  da  ich  selbst  ein  Autodidakt ­
  bin.
1953  besuchte  ich  Wien  zum  ersten  Male  wieder.
Die  ,,United  States"  wurde  in  der  Zwischenzeit
unser  bevorzugtes  Schiff,  nicht  zuletzt  wegen
ihres  ,,functional  design“.  In  Wien  angekommen,
beschlossen  wir,  uns  vorerst  einige  Tage  zu
akklimatisieren,  vor  unseren  Besuchern  bei  Verwandten ­
  und  Freunden.  Vom  Hotel  ,,Sacher“  an,
in  dem  wir  wohnten,  fehlten  entlang  der  Kärntnerstraße ­
  die  meisten  Dächer  der  Häuser,  und
von  den  Geschäftsauslagen  hinaufsehend,  sah
man  direkt  in  den  Himmel.  Über  den  Stephansplatz ­
  gehend,  ruft  uns  jemand  an.  „Ich  dachte.
Sie  wären  Harun-al-Rashid“,  es  war  unser
Freund,  Professor  Oswald  Haerdtl.  Wir  waren
überfroh,  er  war  der  erste  bekannte  Mensch,
den  wir  in  Wien  sahen.
...  und  das  Familientreffen,  die  drei  Brüder
überboten  sich  mit  den  Erzählungen  aus  der
Kindheit  zum  Scherz  und  Gelächter  der  Anwesenden. ­
  Dann  begann  Mitzi,  die  einzige
Schwester,  zu  erzählen.  Die  Brüder  horchten  mit
größter  Aufmerksamkeit,  alle  waren  wieder  Kinder. ­

„Die  Presse“,  8.  Jänner  1953:  der  Star-Graphiker
  Professor  Joseph  Binder  nach  17  Jahren ­
  wieder  in  Wien,  ein  talentierter  Schüler  von
Berthold  Löffler  und  Josef  Hoffmann  der  Kunstgewerbeschule ­
  ...“
Am  22.  November  1952  wurde  die  ,,Alliance
Graphique  Internationale“  von  den  graphic

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