wahrsten Sinne des Wortes, vorweisend zu Donatello, m der Cha
rakterisierung des Kopfes an den Ekkehard des Naumburger
Domes mahnend“ (Bruno Fürst). Diese Wiener Leistung ragt
aus dem gesamten deutschen Kunstgebiet in hohem Maße heraus
und bleibt völlig isoliert ohne Beispiel. Für Finder ist dieser
Herzog die bedeutendste Leistung der deutschen Kunst im aus
gehenden Jahrhundert. Unserer Zeit aber ist der Umstand last
unvorstellbar, daß man nicht einmal den Namen dieses Meisters
kennt und ihn wahrscheinlich auch nie erfahren wird, weil ei
sich damals noch hinter dem komplexen Verband der Bauhutte
verbirgt. In der kunsthistorischen Literatur wird er daher all
gemein als Fürstentormeister bezeichnet, wenn es auch
sicher ist, daß verschiedene Hände am Werk waren und dei
unmittelbare Zusammenhang mit den böhmischen und schwä
bischen Werkstätten der Parier unverkennbar ist. Dabei halte ich
die Überlegung für erwähnenswert, daß im 14. Jahrhundert die
Parler’schc Beeinflußung noch nicht von der Bauhütte als solcher
ausgehen konnte, sondern vorderhand bei den Parlern geschulte.
Bildhauer Einfluß nehmen. (Kat. Nr. 104—111, Abb. Nr. 13, 12,17.)
Werke um 1400 und die folgenden Jahrzehnte bis um etwa 1430
zeigen in der Darstellungsweise der Gewandstatuen ein festes
Schema, das in der Fachliteratur allgemein als „weiche r
Stil“ bezeichnet wird. Dieser war in Europa der letzte Stil
internationaler Geltung. Als besonderer Formelemente bedient
sich diese Phase künstlerischer Gestaltung einer schönkurvigen
Linienführung weichfließender Gewandfalten, den Oberkörper in
Schüsselfalten überquerend und nach unten hin glockenförmig
auseinandergleitend, wobei seitliche Mantelüberhänge in reichen
Parallelfalten abgetreppt werden. Die S-förmig stark bewegte
Gestalt ist mit schmal abfallenden Schultern eine feste statua
rische Formel. Ebenso der stark seitlich geneigte Kopf mit lieb-
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